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Zweitmeinung erbeten: Zahnextraktion oder Revision






Hallo,

ich würde Sie gerne um eine weitere Meinung zu meinem Zahn bitten. Es handelt sich um einen 6er Backenzahn im Oberkiefer. Diese wurde vor rund 10 Jahren wurzelkanalbehandelt, weil er permanent aufbiss- schmerzempfindlich war. Bis vor ca. 5 Monaten hatte ich keine Problem, ausser sporadischer Aufbissempfindlichkeit. Bis sich im Dezember eine Entzündung/Schwellung am äußeren Zahnfleisch gezeigt hat, die dann zwar verschwand aber kurze Zeit später sich eine Fistel gebildet hat.

Ich bin zu meiner Hauszahnärztin, die den Zahn mehrmals geröngt hat und dann mittels Guttapercha über den Fistelgang die Ursache der Fistel in bzw. um einem der Wurzelkanäle ausgemacht hat.

Daraufhin hat sie den Zahn geöffnet und mir entsetzlich schmeckendes Zeug (ich vermute CHKM) in den Zahn geschmiert und mit Watte wieder verschlossen, damit Luft an den Zahn käme und die Bakterien abheilen könnten. Ich bekam zusätzlich Probenzym verschrieben (natürliches desinfizieren).

Nach zwei Tagen habe ich leider die Watte beim Zähneputzen verloren, anschließend mit Meridol gespült und eine neue Watte eingesetz. Nach 14 Tagen 2. Termin, diesmal wurde der Zahn erweitert und eine andere Substanz injiziert, diesmal mit dem Ziel "Nervenreste mit zu entfernen hierdurch". Der Zahn wurde mit einer hellen provisorischen Füllung verschlossen. Zusätzlich wurde mir Amoxicillin verschrieben.

Nach zwei Tagen setzten dann die Schmerzen ein, die ich seither seit nun 5 Tagen mit mir herumschleppe (Dauerschmerz, ab und an pulsierend, der Zahn ist aufbiss- und klopfempfindlich ohne Ende). Die Fistel bzw. das Zahnfleisch rund um den Zahn ist ebenfalls angeschwollen. Aufgrund dieser Situation hatte ich heute einen Termin bei einer Endodontologin. Diese hat eine weitere Röntgenaufnahme gemacht.

Die Endodontologin hat nun aufgrund der Aufnahme mir mitgeteilt, dass lediglich der obere Teil der Wurzelfüllung entfernt wurde, die Füllung selbst aber noch vorhanden sei (wie soll denn dann das desinfektionsmittel überhaupt funktionieren, frag ich mich da)? Desweiteren war ihre Vermutung, dass es noch eine vierte Wurzel gäbe, die man aber nur ansatzweise auf dem Bild sehen könne (die aber wohl nicht befüllt worden ist).

Desweiteren meinte sie, dass man eine Revision mit anschließender WSR durchführen müsste, da die Entzündung (der Schatten unter der gekrümmten Wurzel) relativ großflächig um den Zahn herum entstanden sei und der Zahn diese Entzündung nicht mehr alleine in den Griff bekäme. Eine WSR sei aber aufgrund der fortgeschrittenen Entzündung nicht sehr erfolgversprechend (30%), da sie relativ viel Gewebe entfernen müsste und der Zahn nun keinen Halt mehr hätte.

Daher war ihre Empfehlung: Extraktion und Implantat, auch unter dem Gesichtspunkt, dass ich in 5 Wochen zu einer dreiwöchigen Reise aufbreche und bis dahin gerne zumindest den Zahn oder die Situation entzündungs- und schmerzfrei stabilisiert hätte.

Für eine kurze Einschätzung zu der Diagnose und Behandlung (soweit von Ihrer Seite aus anhand infos und röntgenaufnahme möglich) wäre ich sehr dankbar.
Röntgenbild:
http://imageshack.us/f/202/imgkv.jpg/

MfG

Steffen
Hallo Steffen,

zunächst einmal: eine Beurteilung nur anhand des Röntgenbildes ist sicher nicht seriös. Aber die Beratung der Endodontologin erscheint nach Ansicht des Bildes sehr plausibel.

Die mesio-vestibuläre Wurzel des Zahns 16 steht überhaupt nicht mehr im Knochen, nur noch in Entzündungsgewebe. In früheren Zeiten hätte man wohl als letzten Rettungsversuch eine sog. Wurzelamputation durchgeführt. Dabei machte man aus einem dreiwurzeligen Zahn einen zweiwurzeligen.

Diese Operation wird heute im Zeitalter der Implantate nicht mehr durchgeführt. Langfristig sind die Erfolgsausichten eines Implantats bei guter Pflege ausgezeichnet.

Alles Gute
Dr. Andreas Went
_________________
Zahnarztpraxis Went und Meyer - Partnerschaft
Dr. Andreas Went
Dr. Daniela Meyer
Bremen
www.wentundmeyer.de
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