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Amalgam
aus Wikipedia
Ein Amalgam ist in der Chemie eine Legierung des Quecksilbers. Als Amalgam im weiteren Sinne werden oft auch nicht umkehrbare Vermischungen anderer Stoffe bezeichnet, meist die Legierung mehrerer Metalle.
Da viele Metalle in Quecksilber löslich sind (eine Ausnahme ist zum Beispiel Eisen), gibt es sehr viele Amalgame. Amalgame mit sehr großem Quecksilberanteil sind oft bei Raumtemperatur – wie das Quecksilber selbst – flüssig, bei kleineren Quecksilbergehalten sind sie fest.
In der klassischen Alchemie wird die Amalgamierung des Quecksilbers mit anderen Metallen oft mit der körperlichen Vereinigung verglichen. Als alchemistisches Lexem ist mlat. amalgama seit dem 13. Jahrhundert belegt.
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Füllungstherapie
Siehe Amalgamfüllung
In der Zahnmedizin wird Quecksilberamalgam in großem Umfang als Zahnfüllungsmaterial eingesetzt und ist seit seiner Einführung stark umstritten.
Ein Entschluss der EU-Kommission stellte fest, dass in den Industrieländern „die Hauptquelle der Quecksilberexposition die Einatmung von Quecksilberdampf aus zahnmedizinischem Amalgam“ sei. Außerdem akkumuliere sich „Methylquecksilber (die Erscheinungsform mit den stärksten toxischen Wirkungen) insbesondere in der aquatischen Nahrungsmittelkette (Fisch, Meeresfrüchte usw.).“ [1]
Eine Gesundheitsgefährdung durch die aus Quecksilberamalgam aufgenommene Quecksilbermenge ist wissenschaftlich umstritten. So findet zum Beispiel eine Übersichtsstudie im Auftrag der US-Zahnärzteorganisation ADA nur wenige Hinweise einer Gefährdung und befürwortet die Weiterverwendung von Amalgam. [2]
Andererseits warnt die schwedische Regierungskommission für Zahnmaterial, dass durch den Quecksilberdampf aus Amalgamfüllungen aktuelle Grenzwerte überschritten werden, und „Amalgam ein unpassendes Material zur Füllungstherapie bei Karies“ ist.
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Andere Einsatzgebiete
Ein technisch wichtiges und in großem Maßstab hergestelltes Amalgam ist das Natriumamalgam, das bei der Chlor-Alkali-Elektrolyse als Zwischenprodukt entsteht. Es wird mit Wasser zu Natronlauge, Wasserstoff und Quecksilber zersetzt, das im Kreislauf wieder zur Elektrolyse verwendet wird.
Da die Alkalimetalle Amalgame bilden, zum Beispiel bei der Elektrolyse von Lösungen der Alkalimetallionen mit Quecksilberelektroden, hat man auch versucht, ein Ammonium- beziehungsweise Ammoniakamalgam herzustellen (das Ammoniumion verhält sich oft den Alkalimetallionen ähnlich); Ammoniumamalgam zersetzt sich aber zu Quecksilber, Ammoniak und Wasserstoff.
Bei der Goldgewinnung wird teilweise noch Quecksilber eingesetzt. Dieses bildet mit dem Gold, das in kleinen Flittern mit Gestein vermengt vorliegt, ein zunächst flüssiges Amalgam. Um reines Gold zu erhalten, wird das Amalgam erhitzt. Dabei entstehen sehr giftige Quecksilberdämpfe.
Aluminiumamalgam wird als Reduktionsmittel verwendet.
Thalliumamalgam wird wegen seines niedrigen Gefrierpunkts von -58 Grad Celsius als Thermometerflüssigkeit für Tieftemperaturthermometer verwendet.
Zinnamalgam bildete bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts die reflektierende Beschichtung von Spiegeln.
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