Stiftaufbau nach Wurzelbehandlung



Materialien

Für das indirekte Verfahren beschränken sich die Materialien der Stifte und der Aufbauten auf Edelmetalle und Nicht-Edelmetalle. Dagegen können beim direkten Verfahren neben Metallstiften und -schrauben auch kohlenstoffverstärkte oder glasfaserverstärkte Kunststoffstifte verwendet werden. Dadurch erweiterte sich auch das Spektrum der Materialien, die für den eigentlichen Aufbau geeignet sind auf die verschieden Zemente und Komposite.
Befestigen

Vor Einführung alternativer Materialien konnten Stiftaufbauten nur mit Zinkoxid-Phosphatzement oder Glasionomerzement zementiert werden. Dieser Zement benötigt 24 Stunden um vollständig aushärten. Erst dann kann der Aufbau für die Aufnahme einer Krone beschliffen werden kann, sonst ist es möglich, dass sich der Stift durch die Erschütterungen des Bohrers wieder löst.

Heute setzt sich immer mehr das Befestigen mit Kompositen durch. Während es anfangs nur für Kunststoffstifte genutzt wurde, wird es mittlerweile auch für Metallstifte genutzt, welche mit Silan entsprechend vorbereitet wurden. Durch das Befestigen mit Kunststoff wird der Halt des Stiftes erhöht und die weitere Verarbeitung vereinfacht, da das Komposit schon nach einigen Minuten vollständig ausgehärtet ist. So kann der Aufbau direkt im Anschluss in der gleichen Sitzung beschliffen werden.
Entfernen

Man kann durch entsprechende Sorgfalt mit Stiftaufbauten und Kronen einen Zahnersatz schaffen, der über Jahrzehnte im Mund verbleiben kann. Trotzdem ist es gelegentlich nötig, die Behandlung zu einem späteren Zeitpunkt zu wiederholen. Betrifft das die Suprakonstruktion, also die Krone oder Brücke, kann der Stiftaufbau oft im Zahn belassen werden. Nachdem die alte Krone entfernt wurde, kann bei Bedarf die Einschubrichtung des Aufbaus angepasst werden. Anschließend kann eine neue Krone gefertigt und eingesetzt werden. Manchmal ist es aber nötig, den Stift ebenfalls zu entfernen, beispielsweise, weil eine tiefe Karies bis in Bereiche des Stiftes vorgedrungen ist. In diesem Fall wird vor Beginn der Behandlung entschieden, ob der verbleibene Wurzelrest noch für die Aufnahme eines neuen Stiftaufbaus geeignet ist. Wurde der Stift mit Zement befestigt, kann er in den meisten Fällen mit geringem Aufwand mit Hilfe von Ultraschall wieder entfernt werden. Dagegen ist der Haftverbund zwischen Stift und Zahn ist bei Kompositen so hoch, das ein späteres Entfernen fast unmöglich ist. Bei manchen Stiftmaterialien kann man versuchen, den gesamten Stift mit Fräsen zu entfernen, ansonsten bleibt oft nur die Extraktion des Wurzelrestes.

Quelle: Wikipedia

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