Beschwerden nach Zahnfüllung mit Komposit



Hallo!

Habe mir die Forum-Beiträge zu Beschwerden mit Kompositfüllungen durchgelesen und kann insbesondere "Gabi" zu 100% beipflichten.

Bei mir liegt exakt derselbe Verlauf vor - mit dem einzigen Unterschied, dass die beschädigte Füllung ersetzt wurde, ohne dass ich vorher irgendwelche Probleme hatte.

Jetzt habe ich Probleme: :( Nach der ersten Neufüllung konnte ich überhaupt nicht mehr auf der rechten Seite kauen, was sich über einige Wochen(!) hinzog. Interessanterweise war der Backenzahn druckempfindlich, aber nicht kälte- ocher hitzeempfindlich. Die Diagnose eines weiteren Zahnarztes ergab, dass die erste Füllung zu "flach" angelegt war. Also wurde der ganze Zahn noch einmal aufgebohrt und neu gefüllt. Diese Neufüllung wurde dicker aufgetragen, zum Ausgleich wurde von dem oberen Molar was abgeschliffen. Jetzt ist der Zahn nicht mehr druckempfindlich (Gott sei Dank!), ich kann also wieder auf der rechten Seite kauen. Stattdessen "zieht und sticht" er so vor sich hin und ist ausserdem extrem kälte- und wärmeempfindlich.

Die zweite Füllung ist vor einer Woche gemacht worden und bisher ist kein Tag vergangen, an dem ich nicht Beschwerden hatte, zwei Nächte waren sehr nahe an der Toleranzgrenze. Habe schon ein paar mal Schmerztabletten genommen, kann aber auch nicht behaupten, dass es in der vergangenen Woche schlimmer geworden ist. Besser ist es allerdings auch nicht geworden. :(

Hier meine Fragen: Wie lange können sich diese (ziemlich unangenehmen aber z Zt noch nicht unerträglichen) Schmerzen hinziehen und wann sollte ich auf jeden Fall wieder bei meinem Zahnarzt vorbeischauen? Woher kommen eigentlich diese Schmerzen? Ich habe eine ziemlich lange Geschichte von Zahnfüllungen hinter mir (u. a. wurden vor 20 Jahren alle Amalgamfüllungen ausgetauscht - die Füllungen hielten bis heute) und habe noch nie derartige Probleme erlebt. Kann es sein, dass es eine Komposit-Unverträglichkeit gibt? Ich habe ähnliche Beschwerden in jüngster Zeit von vielen Seiten gehört.

Beste Grüsse, U Mueller
Hallo Frau Müller,

ich kann nur beipflichten, wir bekommen ein Lawine von Kunststoff Geschädigten Gebissen in den nächsten Jahrzehnten. Das Problem ist, dass ein Haufen von Kollegen die Existenz des Problems rundheraus abstreiten.

Sie haben beschrieben, dass die alten Kunststoff Füllungen vor 20 Jahren unproblematisch waren. Ich sage Ihnen auch warum: damals hat sich in Deutschland noch kein Zahnarzt getraut, Kunststoff auf nacktes Dentin zu kleben. Damals wurde mit Unterfüllung in der Regel ein Phosphatzement gearbeitet. Und genau darum gab es mit dem Kunststoff keine ernsten Schwierigkeiten.

Jetzt sind wir ja alle so fortschrittlich und kleben jedem Patienten, ob er schmerzempfindliches Dentin hat, oder nicht, vollkommen Wurst, den Kunststoff direkt auf die höchstempfindlichen Dentintubuli. Und dann wird der Kunststoff belichtet und zieht mit Bärenkraft an der Klebefläche, weil er schrumpft. Deshalb haben Sie Ihre Schmerzen, das ist relativ übersichtlich.

Und das nennt sich moderne Zahnheilkunde. Mit einer Unterfüllung aus Glasionomerzement wäre das nicht passiert.

Viele Grüße
_________________
Joachim Wagner
Zahnarzt

www.zahnfilm.de
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