Warum kommt es zu Karies? Ursachen
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Ursachen
Es gibt mehrere Theorien zur Entstehung von Karies. Heute ist die chemoparasitäre Theorie nach W.D. Miller allgemein anerkannt. Demnach kommt es auf Grund mehrerer pathogener Faktoren zur Zerstörung der Zahnhartgewebe in mehreren Stufen.
Karies ist eine kohlenhydratmodifizierte Infektionskrankheit. Das bedeutet, dass erst eine Übertragung der Streptokokken (die zur Bildung von Karies immer erforderlich sind) in den Mund erfolgen muss, da ein Mensch nicht automatisch als Träger dieser Bakterien zur Welt kommt. Meist erfolgt diese Ansteckung im Babyalter, wenn ein Elternteil beispielsweise den Schnuller des Babys oder beim Füttern den Löffel oder den Sauger der Trinkflasche ableckt. Erstaunlicherweise wird man als (werdende) Eltern über diese Tatsache nicht informiert und kaum ein 'Nichtmediziner' hat jemals davon gehört.
Zähne erkranken an Karies, wenn die vier Hauptfaktoren
* Plaque,
* Wirtsfaktoren (Mineralqualität, Speichelfaktoren, Verhalten),
* niedermolekulare Kohlenhydrate (besonders in Zucker, Süßigkeiten, Kartoffelchips, Eis und Limonade enthalten) und
* genügend Zeit
zusammenwirken.
Erst durch das Zusammenkommen aller dieser Faktoren kann Karies entstehen. Durch Wegfall einer dieser Faktoren ist die Kette zur Entstehung von Karies unterbrochen.Diagramm zur Kariesentstehung
Neben diesen Hauptfaktoren gibt es diverse Nebenfaktoren: Zahnstellung, Zahnfehlbildungen, Speichelfluss und -zusammensetzung, genetische Faktoren, Zusammensetzung der Nahrung und viele andere.
In der Plaque siedeln sich Laktobazillen und verschiedene Streptokokkenarten an. Herausragend ist Streptokokkus mutans. Diese Mikroorganismen produzieren aus niedermolekularen Kohlenhydraten organische Säuren, die den Zahn angreifen, indem sie die in der Zahnhartsubstanz vorhandenen Mineralien herauslösen. Zucker aus der Nahrung wird dabei zu Milchsäure abgebaut. Nur Mikroorganismen, die diesen Stoffwechselprozess beherrschen (azidogene Mikroorganismen) und in stark saurem Milieu überleben können (azidurische Mikroorganismen), vermehren sich dann weiter. Zahnbeläge von Personen, die viel und häufig Zucker konsumieren, haben deshalb eine andere Mikroflora.
Von großer Wichtigkeit für die Zahngesundheit sind ausreichende Pausen zwischen den Mahlzeiten (oder dem Trinken zuckerhaltiger Getränke), in denen der Speichel die Säuren neutralisieren und die angegriffene Zahnsubstanz remineralisieren kann. Es kommt also nicht so sehr auf die Menge des konsumierten Zuckers an, sondern vor allem auf die Häufigkeit oder Dauer des Zuckerkonsums. Eine über den Tag verteilte Dosis eines zuckerhaltigen Erfrischungsgetränkes erhöht das Kariesrisiko schon beträchtlich, da so dem Zahnschmelz die Regenerationsphasen genommen werden.
Quelle: Wikipedia
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