unklar und merkwürdig



Hallo H. Wagner,

meine Geschichte ist etwas länger. Ich hatte ca. 9 Monate lang starke Beschwerden an einem wurzelgefüllten Zahn (zweitletzter Backenzahn links oben) und kaute daher nur auf der anderen Seite. Erst der Dritte Zahnarzt fand heraus, dass der letzte Backenzahn (also der daneben) Zahnzwischenraumkaries bis kurz vor dem Nerv hatte. Diese wurden beseitigt und erst mal abgewartet, ob es ohne Wurzelfüllung geht. Es sah auch gut aus, so dass der Zahn schließlich eine Krone erhielt. Bis es endlich so weit war, bin ich in kurzer Folge wegen dem Zahn 12 Mal in Behandlung gewesen. (Erst wurden die Karies nicht erkannt, dann nur teilweise, dann ganz, dann passte die Krone nicht und dann auch nicht etc.)

Als schließlich die Schmerzen ziemlich weg waren ging die provisorische zementierte Krone (Keramik auf irgendeinem dunkeln Gerüst) nicht wieder ab. Dies war der Stand vor ca. 2 Monaten. Seither versuche ich gezielt wieder auf der Seite zu Essen und nicht mehr daran zu denken. Das klappt aber nicht. Ich habe jetzt folgende Beschwerden die sich nicht bessern:

1. An dem letzten Backenzahn oben (der mit den 12 ZA-Terminen):
Außen scheint das Zahnfleisch dauernd entzündet zu sein. Es schmerzt auch beim Putzen. An einer Stelle (zum Zahnzwischenraum hin) sieht man den dunklen Rand der Krone. Wenn ich dort mit der Zahnbürste oder dem Fingernagel hinkomme tut es weh. Das Zahnfleisch scheint sich hier auch etwas zurückgezogen zu haben.
Der Zahn reagiert empfindlich, wenn ich im Zahnzwischenraum mit einer entsprechenden Bürste dran gehe. (Ich habe damit schon mehrfach Elmex Gelee reingeschmiert, das nutzt aber nichts.)
Wenn ich dort eine Zahnzwischenraumbürste benutzt riecht sie seit einigen Tagen ganz schlecht (faul). Dies ist bei keinem anderen Zahnzwischenraum so und war direkt nach dem Einsetzen der Krone auch nicht so.
Mit der Zunge fühle ich an diesem Zahnzwischenraum einen deutlichen Spalt. Beim kauen setzt sich auch öfter was zwischen den Zähen fest, allerdings beißt sich das nicht bis auf das Zahnfleisch durch. (Das war allerdings der Fall bevor der Krone ins Labor zurückging.)

2. Am wurzelgefüllten Zahn daneben (ebenfalls überkront)
Dauerndes Druck-/Spannungsgefühl. Schwer beschreibbar, als wenn die Krone plötzlich zu „eng“ wäre und/oder sich etwas in den Zahnzwischenraum zum Zahn dahinter verklemmt hätte. Mit Zahnseide ist da aber nichts zu finden. Das Gefühl wird tendenziell stärker. (Im Laufe der Behandlung hatte ich das Gefühl schon mal: Als die Krone wegen zu großem Zahnzwischenraum aus dem Labor kam war der Kontaktpunkt zunächst stramm und spannte. Das Gefühl gab sich nach ein paar Tagen aber wieder. Jetzt ist es zunehmend stark wieder da.)
Manchmal denke ich, der Zahn wäre ein kleines bischen „länger“ geworden, manchmal auch nicht.
Der Zahn ist berührungsempfindlich, wenn ich mit Zunge oder Finger dagegen drücke. Kauen kann ich dort aber weitgehend schmerzfrei.

Meine Frage: Könnte eine Ursache zugrunde liegen, die von einem ZA beseitigt werden kann oder ist das eher eine Nachwirkung der zahlreichen Behandlungen an diesem Zahn aus der letzten Zeit?

Nach den vielen ZA-Besuchen habe ich jetzt ehrlich gesagt keine Lust eine neue „Serie“ zu starten, zumal absehbar ist, dass mein ZA da nichts finden wird. Sollte ich bei diesem Beschwerdebild ggf. eine 2. Meinung einholen oder einfach nur abwarten? Es dürfte auch schwierig sein einen ZA zu finden, der genügend Geduld und Zeit hat, um sich das gesamte Beschwerdebild überhaupt vollständig anzuhören.

Viele Grüße

Steffi
Hallo steffii, Sie schrieben:

Hallo H. Wagner,

meine Geschichte ist etwas länger. Ich hatte ca. 9 Monate lang starke Beschwerden an einem wurzelgefüllten Zahn (zweitletzter Backenzahn links oben) und kaute daher nur auf der anderen Seite. Erst der Dritte Zahnarzt fand heraus, dass der letzte Backenzahn (also der daneben) Zahnzwischenraumkaries bis kurz vor dem Nerv hatte.
--- mir gefällt "9 Monate starke Beschwerden" gar nicht

Diese wurden beseitigt und erst mal abgewartet, ob es ohne Wurzelfüllung geht. Es sah auch gut aus, so dass der Zahn schließlich eine Krone erhielt. Bis es endlich so weit war, bin ich in kurzer Folge wegen dem Zahn 12 Mal in Behandlung gewesen. (Erst wurden die Karies nicht erkannt, dann nur teilweise, dann ganz
--- häh?

, dann passte die Krone nicht und dann auch nicht etc.)

Als schließlich die Schmerzen ziemlich weg waren ging die provisorische zementierte Krone (Keramik auf irgendeinem dunkeln Gerüst) nicht wieder ab. Dies war der Stand vor ca. 2 Monaten. Seither versuche ich gezielt wieder auf der Seite zu Essen und nicht mehr daran zu denken. Das klappt aber nicht. Ich habe jetzt folgende Beschwerden die sich nicht bessern:

1. An dem letzten Backenzahn oben (der mit den 12 ZA-Terminen):
Außen scheint das Zahnfleisch dauernd entzündet zu sein. Es schmerzt auch beim Putzen. An einer Stelle (zum Zahnzwischenraum hin) sieht man den dunklen Rand der Krone. Wenn ich dort mit der Zahnbürste oder dem Fingernagel hinkomme tut es weh. Das Zahnfleisch scheint sich hier auch etwas zurückgezogen zu haben.
--- das ist so zunächst noch nicht bedenklich. Dem ist zu entnehmen, dass a) die Metallkonstruktion unter der Keramik an einer Stelle sichtbar wird und b) der Zahn noch lebt.

Der Zahn reagiert empfindlich, wenn ich im Zahnzwischenraum mit einer entsprechenden Bürste dran gehe. (Ich habe damit schon mehrfach Elmex Gelee reingeschmiert, das nutzt aber nichts.)
Wenn ich dort eine Zahnzwischenraumbürste benutzt riecht sie seit einigen Tagen ganz schlecht (faul). Dies ist bei keinem anderen Zahnzwischenraum so und war direkt nach dem Einsetzen der Krone auch nicht so.
--- schwer zu interpretieren. Klingt nach festgesetztem Speiserest

Mit der Zunge fühle ich an diesem Zahnzwischenraum einen deutlichen Spalt. Beim kauen setzt sich auch öfter was zwischen den Zähen fest, allerdings beißt sich das nicht bis auf das Zahnfleisch durch. (Das war allerdings der Fall bevor der Krone ins Labor zurückging.)

2. Am wurzelgefüllten Zahn daneben (ebenfalls überkront)
Dauerndes Druck-/Spannungsgefühl. Schwer beschreibbar, als wenn die Krone plötzlich zu „eng“ wäre und/oder sich etwas in den Zahnzwischenraum zum Zahn dahinter verklemmt hätte. Mit Zahnseide ist da aber nichts zu finden. Das Gefühl wird tendenziell stärker. (Im Laufe der Behandlung hatte ich das Gefühl schon mal: Als die Krone wegen zu großem Zahnzwischenraum aus dem Labor kam war der Kontaktpunkt zunächst stramm und spannte. Das Gefühl gab sich nach ein paar Tagen aber wieder. Jetzt ist es zunehmend stark wieder da.)
--- da beschleicht mich so das Gefühl, wer sagt eigentlich, dass die Wurzelfüllung 100% astrein ist? Ist sie oft nicht.

Manchmal denke ich, der Zahn wäre ein kleines bischen „länger“ geworden, manchmal auch nicht.
Der Zahn ist berührungsempfindlich, wenn ich mit Zunge oder Finger dagegen drücke. Kauen kann ich dort aber weitgehend schmerzfrei.

Meine Frage: Könnte eine Ursache zugrunde liegen, die von einem ZA beseitigt werden kann oder ist das eher eine Nachwirkung der zahlreichen Behandlungen an diesem Zahn aus der letzten Zeit?
--- wenn der wirklich das Loch bis zum Nerv hatte, dann ist das vermutlich das Hauptproblem

Nach den vielen ZA-Besuchen habe ich jetzt ehrlich gesagt keine Lust eine neue „Serie“ zu starten, zumal absehbar ist, dass mein ZA da nichts finden wird. Sollte ich bei diesem Beschwerdebild ggf. eine 2. Meinung einholen oder einfach nur abwarten? Es dürfte auch schwierig sein einen ZA zu finden, der genügend Geduld und Zeit hat, um sich das gesamte Beschwerdebild überhaupt vollständig anzuhören.
--- insgesamt gibt es 4 denkbare Diagnosen 1) Pulpitis (Zahnnerventzündung)letzter Z, 2) Ostitis (Entzündung des Knochens an der Wurzelspitze) vorletzter Z 3) ein ganz anderer Zahn 4) gar nicht von den Zähnen. Gefühlsmäßig neige ich zur Diagnose 1. Das ist aber aus der telediagnosgtischen Entfernung von hunderten von Kilometern ein reines Ratespiel.

Da hilft nur genaues Beobachten und Indizien sammeln denke ich.

Viele Grüße
_________________
Joachim Wagner
Zahnarzt

www.zahnfilm.de
Die Webseite für chronische Schmerzen im Kiefer

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