Zahnschmerzen



Hallo,
ich bin 45 Jahre alt und habe mit 35 Jahren gedacht, mein Gebiß sanieren zu müssen. Darüber hinaus hatte ich einige Zahnfehlstellungen im Frontzahnbereich.

Ich will hier nicht die ganze Historie darstellen, sondern die bis heute getroffenen Maßnahmen nennen:

-Veneere an den Zähnen 11,12,21,22. Bedauerlicher Weise wurden die Nerven der Zähne 12 und 22 beim Beschleifen geschädigt, wodurch eine Wurzelbehandlung mit weiteren Resektionen anschlossen

-die Zähne 36, 24, 25, 46, 47, 16 und 17 wurden mit Vollkeramik bzw. Goldkronen versorgt. Auch hier haben nach der Behandlung die Wurzeln der Zähne 36 und 46 entzündet. Dei Folge war auch hier eine Wurzelbehandlung, Resektion sowie die Extraktion des Zahnes 36.

-Vor zwei Jahren habe ich eine KFO-Behandlung durchführen lassen. Seit dieser Zeit habe ich im linken Seitenzahnbereich keinen Kontakt zwischen Ober- und Unterkiefer. Die Behandler versuchen mit Schienen die Okklusion einzustellen, dies ist aber in 10 Monaten nach Abschluß der KFO-Maßnahmen nicht gelungen.

-Nach der KFO-Behandlung wurden mir im linken Unterkiefer zwei Implantate an den Stellen 36 und 37 gesetzt und mit Keramikronen versorgt. Der Zahn 26 wurde ebenfalls mit einer Keramikkrone versorgt. Der Zahn 17 fehlt allerdings, wodurch die Kronen der Implantate verblockt werden mußten.
Ich frage mich, warum zwei Implantate gesetzt wurden, wenn der Zahn 17 fehlt. Der Zahnarzt begründet das mit einer verbesserten Druckverteilung.


-Ebenfalls wurde nach der KFO der abradierte Zahn 31 mit einem Veneer versehen. Dieser ist zwei Monate nach Beschleifen abgestorben. Im Moment wird er gefüllt. Eine Antibiotikaversorgung erfolgte.


-Ich bin ein starker Knirscher. Deshalb trage ich seit Jahren auch nachts eine Schiene. Nach der neuen Versorgung wurde mir eine neute Aufbißschiene angefertigt. Hierdurch bedingt ging der Biß an der linken Seite wieder auseinander, wodurch ich keinen Kontakt im linken Seitenzahnbereich mehr habe. Daran wird im Moment gearbeitet, aber leider erfolglos.

-seit längerer Zeit habe ich -zwar erträgliche- Zahnschmerzen. Diese begleiten mich jedoch schon seit Jahren.

-Der Zahn 26 ist sehr kalt/warm-empfindlich. Er schmerzt beim Zerkauen härterer Nahrungsmittel. Nach dem Essen habe ich leichte Schmerzen auf dem Implantat. Der Zahn 46 tut nach all den Resektionen immer noch weh, aber in einem erträglichen Rahmen. Ich habe seit ein paar Wochen Kopfschmerzen, die nicht abgeklärt werden können. Der HNO-Arzt kann nichts finden, de Zahnarzt auch nicht. Im oberen Frontzahnbereich machen sich die resektierten Zähne abends durch pochen bemerkbar. Die Ursache muß ich noch abklären, da sie erst vor kurzem aufgetreten ist. Auffällig ist dabei aber, daß das Pochen zeitgleich mit dem Absterben des Zahnes 31 aufgetreten ist.

-Insgesamt bin ich durch über die Jahre ziemlich zermürbt. Das hat sich auf mein Wohlbefinden, aber leider auch auf das meiner Familie ausgewirkt.
Ich wünsche mir eine längere Zeit ohne Schmerzen und eine Perspektive, nicht immer zum Zahnarzt gehen zu müssen.
Es wäre nett, wenn sie mir in dieser Sache behilflich sein könnten.

Mit freundlichm Gruß
Martin
Hallo Martin, Sie schrieben:

Hallo,
ich bin 45 Jahre alt und habe mit 35 Jahren gedacht, mein Gebiß sanieren zu müssen. Darüber hinaus hatte ich einige Zahnfehlstellungen im Frontzahnbereich.

Ich will hier nicht die ganze Historie darstellen, sondern die bis heute getroffenen Maßnahmen nennen:

-Veneere an den Zähnen 11,12,21,22. Bedauerlicher Weise wurden die Nerven der Zähne 12 und 22 beim Beschleifen geschädigt, wodurch eine Wurzelbehandlung mit weiteren Resektionen anschlossen
--- Verstehe ich Sie richtig? Beim Abschleifen für Veneers (Keramik Verblendschalen nur von vorne) gab es Berührung mit dem Zahnnerv? Das ist schon etwas auffällig. Üblicherweise schleife ich alle Veneers ganz ohne Anästhesie, weil ich weit genug vom Nerv weg bin.


-die Zähne 36, 24, 25, 46, 47, 16 und 17 wurden mit Vollkeramik bzw. Goldkronen versorgt. Auch hier haben nach der Behandlung die Wurzeln der Zähne 36 und 46 entzündet. Dei Folge war auch hier eine Wurzelbehandlung, Resektion sowie die Extraktion des Zahnes 36.
--- das ist bedauerlich. Sicherlich gibt es objektive Schwierigkeiten bei Vollkeramik, z.B. braucht man mehr Dicke als bei Metallkeramik, muss also mehr schleifen. Ob dann aber die komplette Kaskade Wurzelbehandlung Resektion und Extraktion so abläuft ...?

-Vor zwei Jahren habe ich eine KFO-Behandlung durchführen lassen. Seit dieser Zeit habe ich im linken Seitenzahnbereich keinen Kontakt zwischen Ober- und Unterkiefer. Die Behandler versuchen mit Schienen die Okklusion einzustellen, dies ist aber in 10 Monaten nach Abschluß der KFO-Maßnahmen nicht gelungen.
--- an dieser Stelle darf ich das mal relativieren: wo genau ist das Problem? Tut das weh? Oder tut das dem Behandler optisch weh, Letzteres ist oft das Hauptproblem.


-Nach der KFO-Behandlung wurden mir im linken Unterkiefer zwei Implantate an den Stellen 36 und 37 gesetzt und mit Keramikronen versorgt. Der Zahn 26 wurde ebenfalls mit einer Keramikkrone versorgt.
--- noch mal ganz kurz zu Ihrem offenen Biss: also Kronen wurden gebastelt links, aber mit offenen Biss. Ich bin entzückt. Was soll ich dazu sagen: Pappnasen.

Der Zahn 17 fehlt allerdings, wodurch die Kronen der Implantate verblockt werden mußten.
Ich frage mich, warum zwei Implantate gesetzt wurden, wenn der Zahn 17 fehlt. Der Zahnarzt begründet das mit einer verbesserten Druckverteilung.
--- Tipp: nicht mit Implanteuren anlegen, die haben immer recht.


-Ebenfalls wurde nach der KFO der abradierte Zahn 31 mit einem Veneer versehen. Dieser ist zwei Monate nach Beschleifen abgestorben. Im Moment wird er gefüllt. Eine Antibiotikaversorgung erfolgte.
--- wieder seltsam. Veneers sind eigentlich nicht als Pulpenkiller bekannt. Aber Sie sagten abradiert, es kann sein, dass da der Kasus knacktus liegt.


-Ich bin ein starker Knirscher. Deshalb trage ich seit Jahren auch nachts eine Schiene. Nach der neuen Versorgung wurde mir eine neute Aufbißschiene angefertigt. Hierdurch bedingt ging der Biß an der linken Seite wieder auseinander, wodurch ich keinen Kontakt im linken Seitenzahnbereich mehr habe. Daran wird im Moment gearbeitet, aber leider erfolglos.
--- das halte ich für einfach. Schienen eine Zeitlang weg.

-seit längerer Zeit habe ich -zwar erträgliche- Zahnschmerzen. Diese begleiten mich jedoch schon seit Jahren.

-Der Zahn 26 ist sehr kalt/warm-empfindlich. Er schmerzt beim Zerkauen härterer Nahrungsmittel.
--- könnte leichte Pulpitis (Zahnnerventzündung) sein

Nach dem Essen habe ich leichte Schmerzen auf dem Implantat.
--- DAS ist nicht normal. Würde ich beobachten und bei einer Verschlechterung auch einer Zweitmeinung zuführen.

Der Zahn 46 tut nach all den Resektionen immer noch weh, aber in einem erträglichen Rahmen.
--- wundert mich dagegen überhaupt nicht. WSRs (Wurzelspitzenresektionen) sind Mist. Schauen Sie hier: http://www.zahnfilm.de/af/index.php?option=com_content&task=view&id=461&Itemid=2


Ich habe seit ein paar Wochen Kopfschmerzen, die nicht abgeklärt werden können. Der HNO-Arzt kann nichts finden, de Zahnarzt auch nicht. Im oberen Frontzahnbereich machen sich die resektierten Zähne abends durch pochen bemerkbar. Die Ursache muß ich noch abklären, da sie erst vor kurzem aufgetreten ist. Auffällig ist dabei aber, daß das Pochen zeitgleich mit dem Absterben des Zahnes 31 aufgetreten ist.
--- kann übertragener Schmerz sein, heißt im Klartext: nicht immer kommt der Schmerz daher, wo Sie den merken.

-Insgesamt bin ich durch über die Jahre ziemlich zermürbt. Das hat sich auf mein Wohlbefinden, aber leider auch auf das meiner Familie ausgewirkt.
Ich wünsche mir eine längere Zeit ohne Schmerzen und eine Perspektive, nicht immer zum Zahnarzt gehen zu müssen.
Es wäre nett, wenn sie mir in dieser Sache behilflich sein könnten.
----------------------
Mir drängen sich 2 Vermutungen auf:
1) die WSR Zähne haben eine weiter bestehende bakteriell verursachte Entzündung an der Wurzelspitze, die chirurgischerseits prinzipiell nicht zu beheben ist.

und/oder
2) es liegt auch schon eine neuropathische Komponente im Schmerzgeschehen vor. Das wäre dann anzunehmen, wenn im Implantatbereich beim besten Willen kein Entzündungszeichen zu finden ist.

viele Grüße
_________________
Joachim Wagner
Zahnarzt

www.zahnfilm.de
Die Webseite für chronische Schmerzen im Kiefer
Hallo, Herr Wagner,

zunächst möchte ich mich für Ihre Antwort bedanken.
Durch die Beantwortung sind bei mir folgende Fragen aufgetreten:

Was soll ich mit den wurzelbehandelten, mehrfach revidierten und nach wie vor schmerzenden Zähnen machen? Ziehen lassen? Was ist Ihre Meinung ?

De Zahn 31 wurde nun gefüllt. Seit einer Woche habe ich nun verhaltene, stechende Schmerzen. Auch die kann ich ertragen, aber bei meiner Vorbelastung nur noch sehr schlecht. Was soll ich mit diesem Zahn tun?

Sie fragten mich, ob der fehlende Kontakt im linken Seitenzahnbereich mir weh tut, oder optisch nur dem Behandler. Zum einen gefällt dem Behandler das Ergebnis nicht, zum anderen habe ich das Gefühl, das mein Gebiß dadurch instabil geworden ist. Darüber hinaus habe ich wechselnde Zahnschmerzen. Ob diese nun durch den Fehlbiß, oder durch die wurzelbehandelten Zähne verursacht werden, kann ich jedoch nicht einschätzen.

Meine Abschließende Frage ist:" Wie soll ich mich, zahnmedizinisch betrachtet- insgesamt verhalten. Ich habe das Gefühl, daß ich den Wald nicht mehr vor lauten Bäumen sehe.

Es wäre nett, wenn Sie mir nochmal eine Antwort zukommen lassen könnten.
Hallo Martin,
erstmal mein mitgefühl...
das sie und ihre familie leiden ist kein wunder , bei dem was sie mitgemacht haben.
Trotzdem man hier wirklich den wald vor lauter baümen nicht sieht, versuche ich an der stelle einen lösungsvorschlag;
erstmal biss kontrollieren der linken seite -schmerzendes Implantat neu, so das wieder kontakt entsteht.anderes Implantat evtl. höher setzen(neue Krone).dadurch erfolgt eine konkrete schmerzbestimmung.dann vertrete ich die gleiche meinung wie dr.wagner: nachträgliche andauernde schmerzen nach WSRs sind nicht tolerierbar.in dem fall scheinen immer noch entzündungen vorzuliegen und röntgenbilder zeigen nicht alles.WSR im backenzahnbereich sowieso sehr schwierig;da mehr wurzeln.Falls nach der bissregulierung noch schmerzen vorhanden sind, die mehrfach WSR(tut mir leid dr.wagner,aber ich bin der meinung das alles mal ein ende hat! incl.zahnbehandlung) behandelten Zähne extrahieren!(ehrlich gesagt weiss ich auch nicht ob da noch die timbuktu methodeCHKM HILFT)!und dann Brücken bauen- bitte aus hochwertigem metall- sind flexibler.ich kann nur hoffen,daß hier keine neurophatische komponente vorliegt-ehrlich gesagt glaub ich das auch weniger-ich tendiere zu zahnarztbehandlung im vierten semester,da Zähne für Veneers (s.dr.wagner sogar ohne betäubung geschliffen werden können).dazu kommen noch weitere PANNEN.
ich rate dringenst zu einer zweit und evtl. drittmeinung.eigentlich ist nichts korrekt durchgeführt worden
alles gute für sie und ihre familie
PS:
und immer schön die beissschiene tragen...

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