Anhaltende und wechselnde Zahnschmerzen, Teil 2
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Hallo Herr Wagner,
erst einmal vielen lieben Dank für Ihre Antwort auf meine erste Anfrage. Ich habe micf, auf Ihren Rat hin, auch durch Ihre HP durchgelesen und mich in vielen Aspekten wiedergefunden. Dennoch habe ich jedoch noch ein paar Fragen und Anmerkungen zu meiner zahnärztlichen Vorgeschichte. Und diese möchte ich nun schildern: Bevor vor ca. 2 Jahren die bereits geschilderte "Never- ending story" begann,hatte ich in den Backenzähnen ein paar Amalgam- sowie eine Keramikfüllung (die meisten Füllungen stammen aus meiner Kindheit) und ein paar Füllungen aus Kunsstoff in den Schneide- und Eckzähnen.Dazu kam vor ca. 15 Jahren eine Krone im Oberkieferfrontzahnbereich (der Zahn war teilweise ausgebrochen). All diese Behandlungen waren eigentlich immer erträglich und ohne jegliche nennenswerten Neben- und Nachwirkungen geblieben.
Vor ca. 10 Jahren mussten mir dann im Oberkiefer die ersten Zähne neben den Eckzähnen beidseits, sowie der Eckzahn rechts wurzelbehandelt werden. Dort hatte ich ziehende Schmerzen bekommen und auf dem damals angefertigten Röntgenbild war "Schlupfwinkelkaries" in fortgeschrittenem Stadium erkennbar gewesen. Der Eckzahn auf der linken Seite war zwar auch betroffen, konnte jedoch ohne Wurzelbehandlung versorgt werden. Auf der rechten Seite verlief alles problemlos- die linke Seite jedoch machte erhebliche Probleme und so zog sich die Behandlung sehr lange hin. Auch heute (im Moment wieder verstärkt) spüre ich, dass dort etwas nicht stimmt (dumpfes Ziehen bis zum Auge). Danach war wieder ein paar Jahre Ruhe, bis ich plötzlich in der linken Seite einschießende Schmerzen (vor allem bei heiss und kalt) bekam. Anfangs war nicht einmal klar, ob es ein Zahn im Oberkiefer oder Unterkiefer handelte, welcher die Schmerzen verursachte- Röntgenbild und Vitalitätstests und Klopftests waren unauffällig. Also wurde über Wochen hinweg kräftig fluoridiert- ohne Erfolg. Nach einigen Wochen wurden die Tests wiederholt- und siehe da- ein Backenzahn im linken Unterkiefer reagierte sowohl auf den Kältetest, als auch auf den Stromreiztest, fast nicht mehr. Der Zahn wurde aufgemacht- keine Karies als Ursache der Nervreizung war zu erkennen-dann folgte eine Wurzelbehandlung. Daran schlossen sich mehrwöchige Behandlungen an, weil der Zahn einfach keine Ruhe gab. Nach mehreren Monaten wurde dann die endgültige Füllung gesetzt. Bis heute habe ich aber das Gefühl (keine Schmerzen), dass da etwas nicht stimmt. Eine Ursache für das Absterben des Nervs wurde, wie schon erwähnt, nicht gefunden. Es vergingen wieder ca. 2 Jahre, bis dann mein, im ersten Beitrag bereits geschidertes Martyrium begann. Dazu möchte ich noch folgendes anfügen: Sie haben bezweifelt, dass ein Riss die Ursache für meine Beschwerden im ersten wurzelbehandelten Backenzahn gewesen sein soll- Tatsache ist jedoch, dass der Zahn auf den Kältetest nicht mehr reagier hat und somit doch tot war- eine Wurzelbehandlung musste dann doch gemacht werden- oder???
Beim zweiten behandleten Zahn wurde ja wiederrum- wie schon bei dem Zahn im linken Unterkiefer- gar keine Ursache für die Beschwerden gefunden- dieser Zahn war aber doch auch schon tot bzw. am Absterben, da der Vitalitätstest auch hier negativ ausfiel-oder?? Was das Ziehen des einen Backenzahnes betrifft, muss ich noch anfügen, dass dies aufgrund eines "neuen" Röntgenbildes" geschah, auf welchem, im Gegensatz zu dem alten Bild, ein Verschattung rund um den Zahn zu erkennen war. Und das "Material", welches unter dem gezogenen Zahn vorhanden war, wurde im Labor untersucht- eindeutig "Entzündungsmaterial"- keine Zyste, wie von der ZÄ vermutet.
Wie schon in meiner ersten Anfrage berichtet, haben sich in dieser Zeit dann auch in anderen Bereichen Beschwerden eingestellt- zum Beispiel neuralgische Zahnschmerzen im linken Oberkiefer. Daraufhin wurde ein Backenzahn (der neben dem wurzelbehandelten Zahn mit der "Schlupfwinkelkaries)aufgebohrt- unter der bereits vorhandenen Füllung hatte sich wieder Karies entwickelt- ziemlich tief sogar. Als auch dieser Zahn vor dem Aufbohren nicht auf den Kältetest reagiert hat, hat die ZÄ lange überlegt, was sie nun tun solle. Sie bohrte dann, ohne Betäubung, in den Zahn, um zu sehen, ob noch "Leben darin ist" -da sich Schmerzen einstellten und die ZÄ meinte, dass die ein Zeichen sei, dass der Nerv noch nicht völlig abgestorben sei, beschloss sie dann, die Karies herauszubohren und der Zahn mit Kunststoff zu füllen. Die neuralgischen Schmerzen in dieser Region hatte ich dann noch einige Wochen (oder waren es Monate?) Und im Moment habe ich wieder dieses dumpfe Ziehen- abwechslend mit Schmerzfreiheit. Dazu kommt, wie bereits beschrieben, eine erhöhte Schmerzempfindlichkeit einiger Zähne auf kalt und heiss- es ist wirklich zum Heulen!!! Vor allem weiß ich wirklich nicht wie es weitergehen soll. Sie haben mir zwar geschrieben, ich solle keinen Zahnarzt an den empfindlichen Nachbarzahn im rechten OK lassen- aber was soll ich mit dem anderen wurzelbehandelten, nicht gefüllten Backenzahn machen. Wie gehe ich mit den Beschwerden im linken OK um?? Ich weiß, mein 2. Beitrag ist jetzt noch länger geworden, als es der erste schon war. Aber ich wollte damit nur verdeutlichen, dass ich auch schon Zahn- bzw. Wurzelbehandlungen hatte, die tatsächlich nötig, aber eben auch schwierig, waren. Ich weiß einfach nicht mehr, was von meinen Beschwerden eventuell auf eine Neuropathie und was auf tatsächliche Zahnerkrankungen zurückzuführen ist.
Ich freue mich auf Ihre Antwort.
Herzliche Grüße
Djamila
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Hallo Djamila, Sie schrieben:
erst einmal vielen lieben Dank für Ihre Antwort auf meine erste Anfrage. Ich habe micf, auf Ihren Rat hin, auch durch Ihre HP durchgelesen und mich in vielen Aspekten wiedergefunden. Dennoch habe ich jedoch noch ein paar Fragen und Anmerkungen zu meiner zahnärztlichen Vorgeschichte. Und diese möchte ich nun schildern: Bevor vor ca. 2 Jahren die bereits geschilderte "Never- ending story" begann,hatte ich in den Backenzähnen ein paar Amalgam- sowie eine Keramikfüllung (die meisten Füllungen stammen aus meiner Kindheit) und ein paar Füllungen aus Kunsstoff in den Schneide- und Eckzähnen.Dazu kam vor ca. 15 Jahren eine Krone im Oberkieferfrontzahnbereich (der Zahn war teilweise ausgebrochen). All diese Behandlungen waren eigentlich immer erträglich und ohne jegliche nennenswerten Neben- und Nachwirkungen geblieben.
Vor ca. 10 Jahren mussten mir dann im Oberkiefer die ersten Zähne neben den Eckzähnen beidseits, sowie der Eckzahn rechts wurzelbehandelt werden. Dort hatte ich ziehende Schmerzen bekommen und auf dem damals angefertigten Röntgenbild war "Schlupfwinkelkaries" in fortgeschrittenem Stadium erkennbar gewesen. Der Eckzahn auf der linken Seite war zwar auch betroffen, konnte jedoch ohne Wurzelbehandlung versorgt werden. Auf der rechten Seite verlief alles problemlos- die linke Seite jedoch machte erhebliche Probleme und so zog sich die Behandlung sehr lange hin. Auch heute (im Moment wieder verstärkt) spüre ich, dass dort etwas nicht stimmt (dumpfes Ziehen bis zum Auge). Danach war wieder ein paar Jahre Ruhe, bis ich plötzlich in der linken Seite einschießende Schmerzen (vor allem bei heiss und kalt) bekam.
--- "Einschießend" ist ein Neuropathikerwort.
Anfangs war nicht einmal klar, ob es ein Zahn im Oberkiefer oder Unterkiefer handelte, welcher die Schmerzen verursachte- Röntgenbild und Vitalitätstests und Klopftests waren unauffällig.
--- passt
Also wurde über Wochen hinweg kräftig fluoridiert- ohne Erfolg. Nach einigen Wochen wurden die Tests wiederholt- und siehe da- ein Backenzahn im linken Unterkiefer reagierte sowohl auf den Kältetest, als auch auf den Stromreiztest, fast nicht mehr.
--- wenn wir Zahnärzte alle Zähne öffnen täten, die nicht auf Kälte oder Strom reagieren, dann wären 70% der Bevölkerung in völlig schwachsinniger Dauerbehandlung. Damit will ich sagen, dass jeder in unserem Gewerbe weiß, dass ein fehlender Schmerz bei Kälte oder Strom auf den Zahn nichts bedeutet
Der Zahn wurde aufgemacht- keine Karies als Ursache der Nervreizung war zu erkennen
--- sag ich doch
-dann folgte eine Wurzelbehandlung. Daran schlossen sich mehrwöchige Behandlungen an, weil der Zahn einfach keine Ruhe gab.
--- weil das eine klassische Fehldiagnose war "Zahn ist schuld"
Nach mehreren Monaten wurde dann die endgültige Füllung gesetzt. Bis heute habe ich aber das Gefühl (keine Schmerzen), dass da etwas nicht stimmt.
--- aber nicht, weil der Zahn oder die Wurzelbehandlung oder das Knochengebiet entzündet ist, sondern, weil von Anfang an ein fehlerhaftes Signal das eigentliche Problem darstellt.
Eine Ursache für das Absterben des Nervs wurde, wie schon erwähnt, nicht gefunden. Es vergingen wieder ca. 2 Jahre, bis dann mein, im ersten Beitrag bereits geschidertes Martyrium begann. Dazu möchte ich noch folgendes anfügen: Sie haben bezweifelt, dass ein Riss die Ursache für meine Beschwerden im ersten wurzelbehandelten Backenzahn gewesen sein soll- Tatsache ist jedoch, dass der Zahn auf den Kältetest nicht mehr reagier hat und somit doch tot war- eine Wurzelbehandlung musste dann doch gemacht werden- oder???
--- NEIN. siehe oben.
Beim zweiten behandleten Zahn wurde ja wiederrum- wie schon bei dem Zahn im linken Unterkiefer- gar keine Ursache für die Beschwerden gefunden- dieser Zahn war aber doch auch schon tot bzw. am Absterben, da der Vitalitätstest auch hier negativ ausfiel-oder?? Was das Ziehen des einen Backenzahnes betrifft, muss ich noch anfügen, dass dies aufgrund eines "neuen" Röntgenbildes" geschah, auf welchem, im Gegensatz zu dem alten Bild, ein Verschattung rund um den Zahn zu erkennen war. Und das "Material", welches unter dem gezogenen Zahn vorhanden war, wurde im Labor untersucht- eindeutig "Entzündungsmaterial"- keine Zyste, wie von der ZÄ vermutet.
--- Kunststück. Wie ist wohl die Bakterienkultur, die die Entzündung untendrunter verursacht hat, in den Knochen geraten? Ganz einfach: durch den zahnärztlichen Wurzelbohrer. Wenn Sie es nicht glauben: Holen Sie sich Ihre Röntgenbilder. Da sehen Sie den Knochen vor der (nicht notwendigen) Wurzelbehandlung. Der ist 99% sicher gesund. Dann schauen Sie sich das Röntgenbild 6 Monate nach der (nicht notwendigen) Wurzelbehandlung an. Und siehe da: jetzt hat es eine Entzündung. Self fulfilling prophecy.
Wie schon in meiner ersten Anfrage berichtet, haben sich in dieser Zeit dann auch in anderen Bereichen Beschwerden eingestellt- zum Beispiel neuralgische Zahnschmerzen im linken Oberkiefer. Daraufhin wurde ein Backenzahn (der neben dem wurzelbehandelten Zahn mit der "Schlupfwinkelkaries)aufgebohrt- unter der bereits vorhandenen Füllung hatte sich wieder Karies entwickelt- ziemlich tief sogar.
--- Sekundärkaries wird gerne und häufig diagnostiziert. Im wirklichen Leben - bei meinen Patienten - sehe ich die merkwürdigerweise gar nicht so oft. Trinken Sie viel Getränke mit Zucker drin?
Als auch dieser Zahn vor dem Aufbohren nicht auf den Kältetest reagiert hat, hat die ZÄ lange überlegt, was sie nun tun solle. Sie bohrte dann, ohne Betäubung, in den Zahn, um zu sehen, ob noch "Leben darin ist" -da sich Schmerzen einstellten und die ZÄ meinte, dass die ein Zeichen sei, dass der Nerv noch nicht völlig abgestorben sei,
--- Das ist doch jetzt wieder die Oberhärte "ein Zeichen sei, dass der Nerv noch nicht völlig abgestorben sei". Ich will der Kollegin ja nicht zu nahe treten, aber ganz fit scheint mir ihre Diagnostik .....
beschloss sie dann, die Karies herauszubohren und der Zahn mit Kunststoff zu füllen. Die neuralgischen Schmerzen in dieser Region hatte ich dann noch einige Wochen (oder waren es Monate?) Und im Moment habe ich wieder dieses dumpfe Ziehen- abwechslend mit Schmerzfreiheit. Dazu kommt, wie bereits beschrieben, eine erhöhte Schmerzempfindlichkeit einiger Zähne auf kalt und heiss- es ist wirklich zum Heulen!!!
--- klassisches Neuropathiezeichen
Vor allem weiß ich wirklich nicht wie es weitergehen soll. Sie haben mir zwar geschrieben, ich solle keinen Zahnarzt an den empfindlichen Nachbarzahn im rechten OK lassen-
--- dabei bleibe ich
aber was soll ich mit dem anderen wurzelbehandelten, nicht gefüllten Backenzahn machen. Wie gehe ich mit den Beschwerden im linken OK um??
--- Sie bewaffnen sich mit meinen Antworten schriftlich und marschieren damit zu einem Schmerztherapeut und/oder Neurologen. Sie brauchen zur Zeit keine zahnärztlichen Maßnahmen, sondern eine Schmerzpause. Und die geht nicht mit Bohrer und Spritze!
Ich weiß, mein 2. Beitrag ist jetzt noch länger geworden, als es der erste schon war. Aber ich wollte damit nur verdeutlichen, dass ich auch schon Zahn- bzw. Wurzelbehandlungen hatte, die tatsächlich nötig, aber eben auch schwierig, waren. Ich weiß einfach nicht mehr, was von meinen Beschwerden eventuell auf eine Neuropathie und was auf tatsächliche Zahnerkrankungen zurückzuführen ist.
Ich freue mich auf Ihre Antwort.
viele Grüße
_________________ Joachim Wagner
Zahnarzt
www.zahnfilm.de
Die Webseite für chronische Schmerzen im Kiefer
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Hallo Herr Wagner,
vielen lieben Dank für Ihre raschen, ausführlichen aber vor allem nachvollziehbaren Antworten. Sie können sich gar nicht vorstellen, wie lange ich schon im Internet, in Büchern, aber auch bei Ärzten aller möglichen Richtungen selbst nachforsche, was "bei mir nicht stimmt". Ich möchte jetzt noch etwas paradoxes schildern: Meine ZÄ hat mich vor ca. 1 Jahr (aus lauter Ratlosigkeit) zu einem Neurologen/Psychotherapeuten überwiesen, welcher dann eine Trigeminusneuralgie ausschloss und zu psychosomatischen Ursachen und Knirschen/Pressen der Zähne tendierte. Er bot mir dann noch Hypnose an, um etaiige psychische Probleme zu behandeln. Ferner gab er mir auch noch ein Rezept für Gabapentin mit und sagte, ich könne das ja einmal ausprobieren. Von Neuropathie war nie die Rede gewesen- ich glaub´dieser Arzt hat davon noch nie was gehört!! Wie kann das sein???? Der Mann ist doch "vom Fach"!!
Was ich aber total besch...en finde ist, dass, immer wenn Ärzte scheinbar nicht weiter wissen, die Psyche schuld sein soll. Dabei ist meine psychische Verfassung eigentlich erst mit den anhaltenden Beschwerden "in den Keller gegangen".
Im übrigen habe ich von meiner ZÄ auch eine Überweisung zu einer ganzheitlich arbeitenden Kieferothopädin bekommen, welche mir bis jetzt schon beinahe 900€ für diagnostische Arbeiten in Rechnung gestellt hat, durch welche ich aber heute nicht schlauer bin als zuvor. Einen Kostenvoranschlag für kieferorthopädische Maßnahmen in Höhe von 3990€ zur Kieferregulierung habe ich auch erhalten. Ich gehe mal davon aus, dass Sie mir von dieser Maßnahme auch eher abraten werden, zumal ich selbst enorme Bedenken habe, dass mir eine "feste Spange" nur noch heftigere Beschwerden bringen könnte.
Nochmals herzlichen Dank ür Ihre bisherigen Bemühungen/Antworten- endlich habe ich einmal das Gefühl, dass sich jemand wirklich "auskennt". Was mich jedoch nachdenklich stimmt ist, dass es so viele Ärzte gibt (inkl. Neurologen), die absolut ahnungslos bzgl. dieser Symptomatik sind!!!????
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