Dauerschmerz im oberen rechten Kiefer



Seit ca. 5 Wochen habe ich im rechten oberen Kiefer Schmerzen. Man könnte sie als dauerhaften und brennenden Schmerz bezeichnen. Zuerst wurden die Zahntaschen zwischen den hinteren Backenzähnen behandelt. Als die Schmerzen nicht besser wurden, hat man eine Röntgenaufnahme gemacht, jedoch konnte man keinen Auslöser erkennen. Nun wurden schon der 5. und 6. Zahn aufgebohrt, jedoch auch ohne Rsultat. Inzwischen bin ich auch schon in neurologischer Behandlung, jedoch haben die Tabletten nach zwei Tagen auch noch keine Wirkung erzielt.
Könnte auch eine Zahnengstellung die Ursache sein? Ich habe immer mehr das Gefühl, dass der Schmerz über dem 5. oberen Zahn beginnt und sich dann über die gesamte rechte Hälfte erstreckt.
Oder könnte man noch einer anderen Ursache auf den Grund gehen? Der ewige Dauerschmerz ist schlimm.
Im voraus vielen Dank für eine Antwort.
K.E.
Hallo KE,

Bevor ich hier Diagnosen ins Blaue hinein verkünde, brauche ich mehr Informationen:

1) Was ist nachts? Können Sie schlafen? Wachen Sie vom Zahnschmerz auf?
2) Wie stark ist der Schmerz auf der Skala 0 bis 10, wenn er stark ist?
3) Wie lange hält der starke Schmerz am Tag an? Sekunden, Minuten, Stunden?
4) Was passiert bei Einnahme von mehr als 1000 mg Ibuprofen auf einmal innerhalb einer Stunde?
5) Was passiert beim Trinken von heißen oder kalten Getränken. Was ist beim Zubeißen auf harten und/oder zähen Sachen?
6) Welche Sorte Tabletten hat der Neurologe aufgeschrieben?

Viele Grüße
_________________
Joachim Wagner
Zahnarzt

www.zahnfilm.de
Die Webseite für chronische Schmerzen im Kiefer
Hallo,
ich versuche, die Fragen zu beantworten:
1) Nachts kann ich schlafen, wache auch nicht auf.
2) Der Schmerz ist eher ein Dauerschmerz, ca. 7 auf der Skala.
3)Der Schmerz ist immer vorhanden.
4)Habe ich noch nicht probiert. Habe auch keine weiteren Tabletten genommen, da si nichts bewirkt haben.
5) Keine Veränderung bei den Schmerzen. Sie sind beim Essen o.ä. manchmal sogar geringer.
6) Carbamazepin. Nach einer Woche Einnahme geht es mir auch etwas besser.Der Schmerz ist aber trotzdem noch da, vielleicht 4 auf der Skala.

Was meinen Sie dazu?

Viele Grüße K.E.
Hallo K.E.

leider kann ich Ihnen dazu nicht gratulieren, aber die Diagnose ist mit Ihren Antworten zu 98% sicher zu stellen:

Neuropathie des Trigeminus

Das ist zu erkennen an: a) kein Schmerz im Schlaf, b) normale Schmerzmittel helfen nicht, c) zahnärztliche Behandlung verbessert überhaupt nichts, d) Schmerz verringert sich durch Ablenkung und Essbewegung (Kaugummikauen), e) Anticonvulsiva (=Carbamazepin) verringern das Schmerzniveau mittelfristig.

Der letzte Punkt ist der klare Beweis. Hätten Sie normale Zahnschmerzen, dann würde mit Carbamazepin gar nichts besser. Ich kann Ihnen zur Zeit folgende Tipps geben:

- informieren Sie sich auf meiner Homepage über die Neuropathie des Trigeminus
- kauen Sie Kaugummi
- verwenden Sie viel Cayenne Pfeffer
- lenken Sie sich ab
- nehmen Sie Carbamazepin unbedingt weiter ein. Evtl, mit erhöhter Dosis.

Viele Grüße
_________________
Joachim Wagner
Zahnarzt

www.zahnfilm.de
Die Webseite für chronische Schmerzen im Kiefer
Lieber Herr Dr. Wagner,

vielen Dank für ihre schnelle Antwort. Obwohl Ihre Diagnose nicht allzu rosig erscheint. Heute war ich beim MRT mit Verdacht auf Trigeminus- Neuralgie. Es konnte anhand der Aufnahmen nichts festgestellt werden. Ist das auch eine Bestätigung für Ihre Annahme Neuropathie? Die Neurologin hat mir die Dosis auf eine Tablette (150g) pro Tag erhöht, nachdem ich ihr berichtet habe, dass es mir besser gehe. Leider hielt dieser Zustand nur zwei Tage. Obwohl ich schon vier Akupunktursitzungen hinter mir habe und auch mein Therapeut wenigstens die Verspannungen in den Wangen lösen konnte, merke ich leider keine Besserung. Mit der Ablenkung kommt wirklich hin. Bei der Gartenarbeit bzw. danach ging es mir besser. Aber während oder nach meiner Arbeit (ich bin Berufsschullehrerin) leider nicht. Könnte die Zahnbehandlung oder jetzt festgestellten unter der Grenze liegenden Blutwerte (Erythozyten, Hämoglobin und Harnatokrit) vielleicht eine Ursache sein?
Was kann man gegen dieses Leiden außer Ihre Hinweise auf Dauer tun bzw. wie ist es heilbar?
Ich bin doch ein wenig am Boden?

Vielen Dank für Ihre hoffentlich baldige Antwort

K.E.

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