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Hallo Herr Wagner,
mittlerweile sind drei Zähne hintereinander wurzelbehandelt worden. Ich bin daraufhin mit noch immer anhaltenden Schmerzen zu meiner Familie gefahren, die mich gerade pflegt. Dort dann zu meiner Zahnärztin aus Kindertagen zur Weiterbehandlung.
Ihr kam das plötzliche Auftreten von pulpitischen Schmerzen seltsam vor, denn innerhalb von nur vier Tagen gingen bei mir drei Zähne hintereinander hoch. Zunächst reinigte sie den letzten Zahn, der am Sa in der Zahnärztlichen Notfaldienst behandelt worden war, von restlichen noch im Wurzelkanak verbliebenen Nervenfasern. Dann schickte sie mich sofort zu einem Kieferchirurgen, der mich untersuchte. Auf dem Röntgenbild war bis auf ein paar tiefe Füllungen nichts zu sehen, keine Beherdung, keine weitere Karies, Kieferhöhle vollständig frei. Das schließt natürlich eine Pulpitis im Zahn nicht aus. Seltsam ist dennoch, weshalb die Zähne wie mit einem Wecker gestellt plötzlich hochgehen.
Der Kieferchirurg nahm sich viel Zeit, die Symptome der vorangegangenen Wochen abzufragen. ich habe ihm von meiner schweren Sinusitis erzählt, auch dem Brennen unter dem linken Jochbein, das ich eine Weile hatte. Er drückte dann auf verschiedene Punkte im Gesicht und Kiefer, auf die ich mit Schmerzen reagierte. Nun hat er mich für anderthalb Wochen krankgeschrieben und - wenn ich es richtig in Erinnerung habe - eine Geischtsneuralgie diagnostiziert. Ich bekomme nun Lyrica (Pregabalin) und soll mir viel Ruhe gönnen.
Die wurzelbehandelten Zähne schmerzen immer wieder, aber die Prozeduren beim Zahnarzt muß ich jetzt durchstehen und hoffe, daß sich keine Entzündung festsetzt und eine Resektion folgen muß. Zum Zahnziehen bin ich noch ein bißchen zu jung mit meinen 30 Jahren...
Zu Ihren Fragen:
1. Wie lange hält der "Zahnschmerz" an in Stunden, wenn er stark ist?
Mitunter ist der Schmerz nur kurz, das heißt ein kurzes "Aufflackern", dann wieder über mehrere Stunden. Ich kann vereinzelt Zähne lokalisieren (wie im linken Oberkiefer), der Schmerz strahlt aber bis zu den Vorderzähnen aus, die alle gänzlich unbehandelt sind. Der Gaumen brennt halbseitig nach links hin.
2. Wie stark auf der Skala 0 bis 10 ist er, wenn er stark ist?
Schwer zu sagen, vielleicht 7?
3. Was ist nachts, wachen Sie durch den Schmerz auf?
Wenn ich am Tag von sehr starken Schmerzschüben gepackt werde, dann nachts auch, aber eigentlich sind die Nächte viel ruhiger, ich kann bis zu acht Stunden schlafen.
4. Was ist direkt nach dem Aufwachen?
Ist der Schmerz oft sehr gering, bzw. fast gar nicht da, er ist besonders stark in den frühen Abendstunden, teilweise aber auch tagsüber.
5. Wenn Sie kauen (Kaugummi, Essen), ist das günstig für die Schmerzen oder ungünstig?
Ich habe keine Aufbißempfindlichkeiten. Allerdings bekomme ich stärkeren Zahnschmerz, wenn ich nachts die Aufbißschiene benutze, weshalb ich sie zur Zeit nicht anwende
6. Haben Sie oder nächste Verwandte (Geschwister, Kinder Eltern) Migräne, Spannungskopfschmerz, Cluster Kopfschmerz?
Ich leide mitunter unter Spannungskopfschmerz, meine Großmutter litt Jahrzehnte unter starker Migräne
7. Wie lange wirkt Ibuprofen in Stunden bei Ihnen, wann tritt die Wirkung ein, wieviel Prozent Schmerzminderung macht 1 Tablette?
400mg Ibuprofen helfen so gut wie gar nicht, nach etwa einer halben Stunde verspüre ich etwas Linderung. In schlimmen Phasen nehme ich 800mg, versuche aber, möglichst schmerzmittelfrei über die Runden zu kommen.
Ich habe es mit Kühlung von außen probiert, dabei ist Kühlung am Unterkiefer effektiv, während ich oberhalb (neben der Nase/ Jochbein/ Stirn) Wärme bevorzuge. Während der örtlichen Betäubung bei der Wurzelbehandlung wies ich die Zahnärztin und auch den Zahnarzt beim Notfalldienst darauf hin, daß die Schmerzen noch immer da wären, obwohl ich am zu behandelnden Zhan natürlich nichts mehr spürte.
Vielen Dank für Ihre Antwort und mit herzlichem Gruß,
Ingela
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Hallo Ingela,
ich schreiben Ihnen die Auswertung Ihrer Antwort hier wieder hinein. Das ist gleichzeitig auch das Dokument zum Ausdruck für Ihren nächsten Neurologen/Schmerztherapeuten/Allgemeinarzt Besuch, um den Kollegen/innen meine Sicht auf Ihre Erkrankung weiterzugeben. Ich denke, dass das in Ihrem Fall eine sinnvolle Vorgehensweise ist:
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Hallo Herr Wagner,
mittlerweile sind drei Zähne hintereinander wurzelbehandelt worden.
--- Kardinalzeichen Nummer 1 erfüllt: multiple eingreifende zahnärztliche Behandlung verbessert die Symptome nicht.
Ich bin daraufhin mit noch immer anhaltenden Schmerzen zu meiner Familie gefahren, die mich gerade pflegt. Dort dann zu meiner Zahnärztin aus Kindertagen zur Weiterbehandlung.
Ihr kam das plötzliche Auftreten von pulpitischen Schmerzen seltsam vor, denn innerhalb von nur vier Tagen gingen bei mir drei Zähne hintereinander hoch. Zunächst reinigte sie den letzten Zahn, der am Sa in der Zahnärztlichen Notfaldienst behandelt worden war, von restlichen noch im Wurzelkanak verbliebenen Nervenfasern.
--- das ist ganz typische Geschichte. Ich wäre aber nicht überrascht, wenn die Kollegin beim ganz genauen Nachfragen bestätigt, dass nicht viel Lebendes mehr im Kanal zu sehen war, was nicht heißt, dass das Behandeln nicht weh tat.
Dann schickte sie mich sofort zu einem Kieferchirurgen, der mich untersuchte. Auf dem Röntgenbild war bis auf ein paar tiefe Füllungen nichts zu sehen, keine Beherdung, keine weitere Karies, Kieferhöhle vollständig frei.
--- das bestätigt aber schon mal alle Vorbehandler, was nicht unwichtig ist.
Das schließt natürlich eine Pulpitis im Zahn nicht aus. Seltsam ist dennoch, weshalb die Zähne wie mit einem Wecker gestellt plötzlich hochgehen.
--- und das tun sie NICHT. Jedenfalls niemals a) in Mehrzahl, b) ohne jeden Voralarm, c) ohne einschlägige Vorgeschichte. Hier liegt ein Kardinalzeichen für eine Neuropathie des Trigeminus vor.
Der Kieferchirurg nahm sich viel Zeit, die Symptome der vorangegangenen Wochen abzufragen. ich habe ihm von meiner schweren Sinusitis erzählt, auch dem Brennen unter dem linken Jochbein, das ich eine Weile hatte.
--- die Schmerzqualität "Brennen" ist keine normale Schmerzqualität.
Er drückte dann auf verschiedene Punkte im Gesicht und Kiefer, auf die ich mit Schmerzen reagierte. Nun hat er mich für anderthalb Wochen krankgeschrieben und - wenn ich es richtig in Erinnerung habe - eine Geischtsneuralgie diagnostiziert. Ich bekomme nun Lyrica (Pregabalin) und soll mir viel Ruhe gönnen.
--- der Mann hat zumindest die richtige Richtung eingeschlagen. Ob "Neuralgie" oder "Neuropathie" ist mir letzten Endes Wurst, wie Sie das Kind nennen wollen. Kritisch darf ich anmerken, dass Pregabalin bei brennenden Schmerzen des Trigeminus nicht sehr effektiv ist.
Die wurzelbehandelten Zähne schmerzen immer wieder, aber die Prozeduren beim Zahnarzt muß ich jetzt durchstehen und hoffe, daß sich keine Entzündung festsetzt und eine Resektion folgen muß.
--- keine WSR! Sie als Neuropath können sich eine solche windige halbgare Behandlungsmethode auf keinen Fall leisten. Suchen Sie bitte auf meiner Homepage nach WSR. Dann wissen Sie, warum.
Zum Zahnziehen bin ich noch ein bißchen zu jung mit meinen 30 Jahren...
Zu Ihren Fragen:
1. Wie lange hält der "Zahnschmerz" an in Stunden, wenn er stark ist?
Mitunter ist der Schmerz nur kurz, das heißt ein kurzes "Aufflackern", dann wieder über mehrere Stunden. Ich kann vereinzelt Zähne lokalisieren (wie im linken Oberkiefer), der Schmerz strahlt aber bis zu den Vorderzähnen aus, die alle gänzlich unbehandelt sind. Der Gaumen brennt halbseitig nach links hin.
--- So lange, wie ich Zahnarzt bin, gab es noch nie Brennen am Gaumen durch Zähne. Das ist nicht von den Zähnen.
2. Wie stark auf der Skala 0 bis 10 ist er, wenn er stark ist?
Schwer zu sagen, vielleicht 7?
--- Übel und schon ziemlich beeinträchtigend.
3. Was ist nachts, wachen Sie durch den Schmerz auf?
Wenn ich am Tag von sehr starken Schmerzschüben gepackt werde, dann nachts auch, aber eigentlich sind die Nächte viel ruhiger, ich kann bis zu acht Stunden schlafen.
--- das ist das Kardinalzeichen Nummer 3: Zähne verursachen nachts die schlimmsten Schmerzen, Neuropathien tagsüber zum Abend zunehmend.
4. Was ist direkt nach dem Aufwachen?
Ist der Schmerz oft sehr gering, bzw. fast gar nicht da, er ist besonders stark in den frühen Abendstunden, teilweise aber auch tagsüber.
--- bestätigt die Diagnose Neuropathie
5. Wenn Sie kauen (Kaugummi, Essen), ist das günstig für die Schmerzen oder ungünstig?
Ich habe keine Aufbißempfindlichkeiten. Allerdings bekomme ich stärkeren Zahnschmerz, wenn ich nachts die Aufbißschiene benutze, weshalb ich sie zur Zeit nicht anwende
--- das ist der Klassiker: Hier bestätigen Sie ganz direkt, dass Ihre Zähne nicht Ursache der Schmerzen sein können.
6. Haben Sie oder nächste Verwandte (Geschwister, Kinder Eltern) Migräne, Spannungskopfschmerz, Cluster Kopfschmerz?
Ich leide mitunter unter Spannungskopfschmerz, meine Großmutter litt Jahrzehnte unter starker Migräne
--- Bingo! Treffer und versenkt. Sie haben was mit Ihrem Trigeminus, so sicher wie das Amen in der Kirche.
7. Wie lange wirkt Ibuprofen in Stunden bei Ihnen, wann tritt die Wirkung ein, wieviel Prozent Schmerzminderung macht 1 Tablette?
400mg Ibuprofen helfen so gut wie gar nicht, nach etwa einer halben Stunde verspüre ich etwas Linderung.
--- passt ebenfalls absolut klassisch. Alle normalen Schmerzmittel versagen bei Neuropathikern. Damit sind wir beim Kardinalzeichen Nummer 4.
In schlimmen Phasen nehme ich 800mg, versuche aber, möglichst schmerzmittelfrei über die Runden zu kommen.
Ich habe es mit Kühlung von außen probiert, dabei ist Kühlung am Unterkiefer effektiv, während ich oberhalb (neben der Nase/ Jochbein/ Stirn) Wärme bevorzuge.
--- das ist eine interessante Feststellung und zeigt auch, dass es keine Entzündung sein kann, die ürsächlich für das Geschehen ist. Dann wäre Wärme verschlimmernd.
Während der örtlichen Betäubung bei der Wurzelbehandlung wies ich die Zahnärztin und auch den Zahnarzt beim Notfalldienst darauf hin, daß die Schmerzen noch immer da wären,
--- gute Beobachtung. Das sagt dem Hobby Neurologen (mir), dass Blockierung der peripheren Trigeminusfasern keinen Unterschied im Schmerz macht, also der daran hängende Zahn auch nicht Schuld sein kann. Ist doch einfach - oder? Die Schmerzursache liegt zentraler zum Hirn. Wo genau - God only knows.
obwohl ich am zu behandelnden Zhan natürlich nichts mehr spürte.
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Wie gesagt, drucken Sie das hier aus und legen es dem neurologischen oder schmerztherapeutischen Behandler vor. Dazu ein Wort: Mittel Nummer 1 ist Ami, Nummer 2 ist Carba.
Viele Grüße
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Hallo Ingela,
herzlich willkommen im Club- das ist jetzt nicht ironisch gemeint. Schau dich doch mal im Forum bei zahnfilm.de um -unter der Rubrik "Problemfälle". Da gibts gaaaanz viele LeidensgenossInnen.
lg Djamila
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