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Seltsame Zahn-Kiefer-Ohrschmerzen seit über 1 Jahr






Hallo Wissende,
ich bin 39 Jahre alt, männlich, mir geht es eigentlich gut , ich habe nur ein klitzekleines Problem.
Ich habe seit September 2008 seltsame Ohr-/Zahn-/Kieferschmerzen auf der rechten Seite.
Genau spezifizieren kann ich es nicht. Es ist ein sporadisches ganz leichtes Ziehen / Stechen in meinem rechten Zahn-/Kiefer-/Ohrbereich ?, das auch mal völlig weg ist, um sich nach 2 Tagen wieder zu melden. Die "Schmerzen" verstärken sich bei einer Erkältung.
Wenn ich bei einem Wetterumschwung mal eine Kopfschmerztablette ( ASS oder Paracetamol ) nehme, gehen sie mit weg bzw. kommen gar nicht.
Ich kann es wirklich nicht lokalisieren, habe schon versucht, irgendwelche Zusammenhänge zwischen Schmerz und Wärme, Kälte, Massieren, Herumdrücken ums Ohr, Drehen/Dehnen des Kopfes etc. heraus zu finden.
Zu allererst war ich bei meiner Hausärztin und habe mir ins Ohr schauen lassen, wo diese nichts Auffälliges sah. Sie meinte, ich solle mal meine Zahnärztin konsultieren, was ich auch tat.
Diese fertigte ein Kiefernpanorama an, klopfte auf allen rechts liegenden Zähnen herum und
sprühte Kältespray. Es war aus ihrer Sicht alles in Ordnung, bis auf die 2 verlagerten Weisheitszähe,
die sich quer im Kiefer befanden, aber auf dem Röntgenbild unauffällig aussahen.
So holte ich mir eine Überweisung zum HNO-Arzt.
Dieser schaute mit seinem Mikroskop in mein Ohr und entdeckte eine untypische kleine Gehörgangsentzündung, eine ganz kleine rote Stelle, die ihm nicht gefiel.
Er verschrieb mir eine Woche lang antibiotische Ohrentropfen, mit denen die rote Stelle im Ohr weggehen sollte, was sie nicht tat, um mir in der zweiten Woche jeden Tag persönlich einen Streifen ins Ohr zu knorkeln ( Privatpatient ) und mir ein Breitbandantibiotikum in Tablettenform zu verschreiben. Nach 2 Wochen gefiel ihm die Stelle, meine Schmerzen waren auch irgendwie seltener, so beließen wir es erst einmal dabei .
Eine Woche nach Einnahme des Antibiotikums fürs Ohr fing plötzlich der obere rechte Backenzahn
1,5 an zu wackeln, was mich wieder zu meiner Zahnärztin trieb.
Es war ein überkronter wurzelbehandelter Zahn, der tadellos aussah und an dem meine Zahnärztin nichts machen wollte. Sie klopfte nochmals kräftig darauf herum, was in keiner Weise wehtat.
Da ich im Internet viel von Problemen mit wurzelbehandelten Zähnen gelesen und ein dummes Gefühl mit diesem Zahn hatte, nötigte ich die Frau quasi dazu, die Krone zu entfernen.
Darunter kam der völlig vergammelte Rest eines Zahnes zum Vorschein, den sie dann entfernte.
Es stank auch übelst. Der tote Zahn gammelte dort unter der Krone wohl schon ewig vor sich hin.
Die Wunde kurz gespült, Aufbisstupfer rein , fertig. Das fand ich etwas lieblos, war aber euphorisch, daß nun alles vorbei sei.
Bereits 1 Tag später bekam ich höllische Schmerzen, die ich nur noch mit Schmerzmitteln aushalten konnte. Der sonst übliche Blutpfropfen, der in der Wunde für Heilung sorgt, war bei mir nicht mehr
vorhanden, ich hatte ein sogenanntes trockenes Zahnfach, welches ich mit 10-tägiger Einnahme von Ibuprofen überstanden habe, so schlimme Schmerzen hatte ich noch nie.
Mein ureigenes Problem des "komischen Ohrschmerzes" war leider immer noch da.
So ließ ich mir im Juni 2009 die beiden Weisheitszähne entfernen, die noch in Verdacht kamen.
Die waren es aber auch nicht.
Seltsam ist noch, das sich der Kiefer an der Stelle, wo sich der vergammelte EinsFünfer befand, bis heute zum EinsSechser hin nicht geschlossen hat, eine kleine Vertiefung, die zum 1,6er hin tiefer
abfällt.
Der 1,6er hat eine riesige goldene Teilkrone ( Galvano-Krone ? ) seit vielleicht 1996, ist aber sonst auch unauffällig . (Keine direkten Schmerzen u. Röntgenbild )
Da ich auch gelesen hab, daß Kiefernverspannungen komische Schmerzen hervorrufen, hab ich mir autogenes Training und Progressive Muskelentspannung nach Jacobsen angeeignet, was auch fürs Allgemeinbefinden recht nützlich ist. Ich mache Sport und gehe einmal wöchentlich in die Sauna.
Jetzt soll an die leere Stelle 1,5 ein Implantat, wegen dem ich mir einen Behandler suchen mußte,
der so etwas macht.
Dieser hat wieder ein Kieferpanorama geschossen und bemerkt, daß ihm die Stelle des nicht ganz
geschlossen Kiefers zum 1,6er hin nicht gefällt. Das Röntgenbild würde eine Knochenkante oder
einen Wurzelrest zeigen, er kümmert sich mit darum, wenn er die sterile Bohrung für das Implantat dort hinein setzt.
Ich habe Ihn dann gebeten, doch den Kiefer wegen meiner Probleme erst mal so aufzumachen,
bevor mein Problemchen nicht weg ist, lass ich mir keine weiteren Fehlerquellen einbauen.
Dies tat er dann auch und hat eine Knochenkante zum 1,6er hin weggefräßt und wieder zugenäht.
Nach 5 Tagen hat sich die Stelle etwas entzündet. Ich habe dann von mir aus mit Propolis-Lösung gespült, es ist dann prima abgeheilt.
Im Zuge dieser Heilung war mein Problemchen mal 5 Tage ganz weg.
Jetzt ist es wieder da und nun weiß ich nicht mehr weiter, was kann ich machen, ich werd noch blöd !
Von dem 1,6er die Teilkrone runter holen und nachsehen ?
Hallo Gast,

Sie beschreiben relativ klassisch so genannte "persistierende idiopathische Gesichtsschmerzen" - eine Bezeichnung aus den Jahren 1990 - 2000, als man noch nicht von neuropathischen Schmerzen sprach. Ich gehe in Ihrem Fall von einer Neuropathie des Trigeminus aus. Dafür spricht die Dauer, die Hartnäckigkeit und die Resistenz der Beschwerden gegen jede Art von HNO bzw. chirurgisch/zahnmedizinischer Behandlung. Die Ursache der Beschwerden liegt vermutlich nicht in den Zähnen bzw. Kiefer, sondern in Verdrahtungsfehlern des zuständigen schmerzleitenden Gewebes, welches der Trigeminus eben ist.

Dass das a) relativ häufig vorkommt und b) bei Bedarf auch zielgerichtet behandelt werden kann, können Sie auf meiner Homepage www.zahnfilm.de/af erfahren.

Viele Grüße
_________________
Joachim Wagner
Zahnarzt

www.zahnfilm.de/af
Die Webseite für chronische Schmerzen im Kiefer


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