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Prothetik im Oberkiefer bereitet Schmerzen






Bin neu hier und möchte meine aktuellen Probleme schildern und um Rat fragen.

Nach 25 Jahren des Tragens einer - mittlerweile wackeligen - Teil-Teleskop-Prothese mit Gaumenplatte im OK wurden im August '09 vier Zähne durch Implantate ersetzt, die letzten fünf verbliebene Zähne (2 Molare, 2 Vierer und 1 Einser) wurden behandelt, mit "Goldkäppchen" versehen und über das Ganze nun eine herausnehmbare Vollprothetik ohne Gaumenplatte einsetzt. Festsitzend wollte ich das aus hygienischen Gründen nicht haben; der ZA hat ebenfalls zum herausnehmbaren Ersatz geraten (auch vor dem Hintergrund eines evtl. Zahnverlustes und der dann besseren Ersatzmöglichkeit).

Das vom Zahntechniker damals angesprochene "Idealisieren" stellte sich bei der ersten Anprobe als Vorschub der vier Frontzähne heraus: ich fühlte mich hasenmäßig wie Freddie Mercury; die Schneidezähne stießen bei geschlossenem Mund auf die Unterlippe und waren generell zu lang. Ich hatte nie einen so deutlich sichtbaren Überbiss; die oberen Frontzähne lagen zuvor minimal vor den unteren.

Ich kürze ab: bei den folgenden mehreren Besuchen (stets war auch der Techniker anwesend) wurden die Frontzähne beigeschliffen und verkürzt, wobei die Unterkonstruktion (goldbasiert) logischerweise unverändert blieb. Es hat kosmetisch ein wenig genützt, aber zufrieden war und bin ich nicht. In der Folge verlor ich dann durch das Abschleifen und "Dünnermachen" an drei Zähnen innen die darauf montierte hauchdünne letzte Schicht in Form von weißen Plättchen. Mehr dazu weiter unten.

Gravierend sind aber die Schmerzen, die ich seit der neuen Prothetik beim Essen, Herausnehmen und Einsetzen des Ersatzes habe. Zudem sind die noch intakten Zähne heiß-kalt-empfindlich. Ich bin zuweilen wirklich verzweifelt und muss weinen, weil ich so genervt von den Schmerzen bin. Und manchmal sehne ich mir meine alte, wackelige Gaumenplatte zurück. Ich kann auf den Molaren ohne Schmerzen nicht fest zubeißen. Ein zufällig darauf erwischtes Korn vom Körnerbrötchen jagt einen Schmerz durch die Zähne, dass ich heulen könnte und eine Gänsehaut bekomme.

Bei einem weiteren ZA-Besuch Anfang Dezember wurde entschieden, ein festsitzendes Provisorium anzufertigen und die Prothetik erneut zu überarbeiten. Merkwürdigerweise waren die Kauschmerzen an den Molaren beim Provi nicht so extrem. Ich trug es eine gute Woche, dann war die Überarbeitung abgeschlossen und der Austausch erfolgte: die Keramik der Frontzähne wurde noch mehr verschmalert, so dass der Überbiss optisch so einigermaßen (aber nicht 100 %) zufriedenstellend ist. An der Gold-Unterkonstruktion wurde nichts verändert. Allerdings ist jetzt ein Einser "wolkig", d. h. er ist nicht rein weiß, sondern zeigt verschiedene Weiß-Töne (wie mir erklärt wurde, liegt das am Abschleifen bis auf den letzte Toleranz; das sei aber durch weiteres Nacharbeiten *seufz* zu beheben). Das ist aber zunächst nebensächlich. Die Molaren-Schmerzen beim Kauen sind immer noch da und haben sich jetzt auch auf die beiden Eckzähne ausgedehnt. Ist der Ersatz herausgenommen und der ZA prüft durch Klopfen die schmerzenden Zähne, sind sie okay und schmerzen nicht. Aber ich kann mit dem Ersatz noch nicht mal ein kleines Weingummi hinten schmerzlos durchbeißen.

Furchtbar ist ebenfalls von Anbeginn das Herausnehmen: ein gut sitzender herausnehmbarer Zahnersatz ist sicher wünschenswert, aber wenn sich die Prothetik partout nicht lösen will und beim Rütteln und Wackeln und dann endlich der Herausnahme die Molare ganz kurz aber sehr schmerzhaft Beifall klatschen, kann es das ja wohl nicht sein. Ich muss ein Tuch zu Kraftunterstützung nehmen, um das Teil überhaupt lösen zu können. Eine Zeitlang habe ich aus Angst vor dem Schmerz ein paar Tage das Herausnehmen der Prothetik vermieden; aber das ist unhygienisch und natürlich keine Lösung auf Dauer.

Erwähnen möchte ich noch, dass ich vom ersten Tag des Einsatzes an ein unangehmes Metallgefühl im Mund hatte und immer noch habe. Ich meide nun z. B. Zitrusfrüchte, Obstsäfte, Ananas, saure Gurken u.ä. Das verstärkt dieses unangenehmes Gefühl im Mund und an der Zunge.

Mitte Januar habe ich den nächsten Nachbesserungstermin und bin dann am Ende meines Lateins. Ich habe keine Ahnung, was der ZA und sein Techniker dann vorhaben; ich weiß andererseits auch nicht weiter. Am liebsten wäre mir eine komplette Neuanfertigung.

Wie ist Meinung der Experten hier zu meinen Problemen? Über Antworten freut sich

mit nettem Gruß
Novy


P.S. Generelles zum ZA: er ist super und hat mein volles Vertrauen. Er nahm mir meine von Kindheit an bestehende fürchterliche Angst vorm ZA und er besitzt fachliche Kompetenz. Meine ersten zwei Implantate (Molare im UK) hatte ich vor drei Jahren noch in einer benachbarten Zahnklinik einpflanzen und lediglich die keramische Schlussversorgung anschl. bei ihm fertigen lassen. Mittlerweile hat er einen eigenen OP-Raum in seiner Praxis und mein Vertrauen in sein zahnärztliches Können ist unbegrenzt, da er mir auch bei WSP-Behandlungen, Vereiterungen etc. auf äußerst angenehme (soweit man das bei WSPn-Resektionen sagen kann ) und liebevolle Weise geholfen hat. Er ist wirklich empfehlenswert, einfühlsam, nett und fachlich top. Daher hatte ich mich im August auch für die gesamte OK-OP und weitere Versorgung in seine Hände begeben.

Bisher waren alle Kronen und Implantat-(Nach-)Arbeiten wunderbar und es gab bis auf minimale Korrekturen nichts zu beanstanden. Umso mehr bin ich nun enttäuscht und auch verunsichert; denn dies ist die größte, teuerste – und hoffentlich in meinem Leben letzte - Arbeit, die ich durchführen ließ. Wir reden hier nicht über Peanuts, sondern über einen Gesamtbetrag von rd. 15.000 Euro. Allerdings habe ich 5.000 € noch zurück gehalten unter der Voraussetzung, diesen Restbetrag erst zu zahlen, wenn ich schmerzfrei bzgl. der Prothetik bin. Diesbezüglich sehe ich hier den ZA wie auch den ZT als reine Handwerker. Dass gepfuscht wurde kann und möchte ich nicht wirklich glauben; denke eher, dass es handwerkliche Fehler sind, die sich durch noch so viele diverse Nachbesserungen nicht beheben lassen.

Zum ZT: hier fehlt mir das Vertrauen zum ZT-Chef ein wenig und ich sehe bei ihm ständig das Dollarzeichen in den Augen, obwohl er auch nett ist. Seine Mitarbeiter, die ebenfalls in der Praxis ein- und ausgehen, sind auch zuvorkommend und sehr bemüht, mir bei dem Problemen zu helfen.

Eine enge Zusammenarbeit zwischen ZA und ZT ist ja für den Patienten auch sinnvoll, und diese hier besteht offenbar schon sehr lange und lt. Aussage des ZA hat der ZT auch „wirklich ein gutes Labor“. Ich denke, dass der ZT die treibende Kraft ist, die hier einer Neuanfertigung nicht positiv gegenüber steht. Aber das wird sich bei meinem Januar-Termin herausstellen.
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Forum -> Zahnersatz: Prothesen


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