Verlauf des Zahnhartsubstanzverlustes



Zahnhartsubstanzverlust

Ein gewisser Zahnhartsubstanzverlust ist physiologisch ("normal"). Obwohl Zahnschmelz zu den härtesten Substanzen im Körper gehört, zeigen sich im Laufe des Lebens Abnutzungsspuren in Form von Schlifffacetten an den Zähnen. Diese betreffen zunächst nur den Schmelz. Ist dieser an einigen Stellen vollkommen abgetragen, liegt das Dentin frei. Dieses ist viel weicher als der Schmelz, weshalb eine weitere Abnutzung schneller voran schreitet. Insgesamt setzt sich dieser Prozess verhältnissmäßig langsam über Jahrzehnte fort. Darum hat der Körper viel Zeit, sich an die Veränderungen anzupassen. Nur selten kommt es zu massiven, behandlungsbedürftigen Störungen im funktionellen Kausystem.

Um den Substanzverlust zu kompensieren, können an verschiedenen Stellen im Kausystem leichte Veränderungen stattfinden. Damit versucht der Körper, die Zähne zu jedem Zeitpunkt in alle Richtungen abzustützen und zu schützen, um so die vollständigen Kau- und Sinnesleistungen zu ermöglichen. Um die ursprüngliche Höhe der Zähne beizubehalten, wird im Bereich der Wurzelspitze Zement angelagert und der Zahn nach und nach aus dem Knochenfach geschoben (Elongation). Im Bereich der Alveole können außerdem Umbauten durch die Knochenzellen vorgenommen werden. Damit werden die distalen ("hinteren") Zähne leicht nach mesial ("vorn") verschoben und ein fehlender Berührungsbereich an den Approximalflächen, zum Beispiel aufgrund von Attrition, wird kompensiert (Mesialdrift).

Schließlich steht das Dentin als Pulpa-Dentin-Einheit mit der nervalen Versorgung des Zahnes in Verbindung. Ist der schützende Schmelzmantel abgetragen werden Schmerzreize wie kalt, heiss und süss früher wahrgenommen. Der Körper wehrt sich dagegen, indem Sekundär- und Tertiärdentin (Reizdentin) gebildet wird. Dieses schützt die Pulpa zum einen durch seine Dicke, Tertiärdentin schneidet außerdem die Dentinkanälchen ab und unterbricht damit die Reizweiterleitung.

Quelle: Wikipedia

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