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Problem mit Krone - Geruchsbildung






Hallo,

Mein Backenzahn unten links hinten ist überkront. Trotz regelmäßiger gründlicher Reinigung bildet sich Geruch hinter der Krone, also im Zwischenraum zwischen Krone und Zahnfleisch. Ich kann dies an Hand der Zahnseide feststellen.

Ich war deshalb schon bei verschiedenen Zahnärzten mit der Folge, dass ich nun schon die dritte Krone an dieser Stelle habe, ohne dass das Problem dadurch gelöst wurde. Bei der ersten Krone entstand der Geruch schon nach wenigen Wochen. Da die Zahnärztin das Problem nicht wirklich ernst zu nehmen schien und anschließend auch noch die Praxis wechselte, habe ich mich an einen anderen Zahnarzt gewandt. Dieser stellte fest, die Krone würde nicht gut passen, so dass er diese durch eine neue ersetzte. Danach trat das Problem für ca. 1 Jahr nicht mehr auf.

Als es wieder losging und auch Zahnarzt Nr. 2 keinen Rat mehr wusste, habe ich einen dritten Zahnarzt aufgesucht. Dieser stellte die Diagnose, dass der Zement ausgewaschen sei und sich in den dadurch entstandenen Lücken Bakterien festgesetzt hätten. Er entfernte Krone Nr. 2 (Metall mit Keramikverblendung) und ersetzte diese durch eine Vollkeramikkrone. Der dabei verwendete Kleber ließe sich nicht auswaschen.

Ca. 4 Wochen danach trat das Problem wieder auf. Zahnarzt Nr. 3 versicherte mir, die Krone sei in Ordnung und würde gut passen. Seiner Auffassung nach entsteht der Geruch in der Zahnfleischtasche hinter dem Zahn, die ich nicht gut reinigen könne. Er empfahl mir deshalb so schwedische Zahnzwischenraumbürsten (TePe?). Ansonsten müsse ich damit leben.

Ich benutze zur Zahnreinigung wirklich alles, was der Markt zu bieten hat: Elektrische Zahnbürste, normale Zahnseide, Floss-Zahnseide, Zahnzwischenraumbürste, Meridol Halitosis, Zungenschaber… alles ohne Erfolg. Ich versuche, die Zahnseide so tief wie möglich in die Zahnfleischtasche zu drücken, trotzdem ist wenige Stunden später wieder Geruch wahrnehmbar. Nach einer professionellen Zahnreinigung ist für zwei bis drei Wochen Ruhe, dann geht’s wieder los.

Muss ich wirklich den Rest meines Lebens mit einer Stinkstelle im Mund leben? Ich arbeite in einem sozialen Beruf und spreche täglich mit vielen Menschen; Mundgeruch verunsichert mich.

Für einen Rat wäre ich sehr dankbar!

Viele Grüße
Klaus


PS: Ich muss ergänzen, dass die Verhältnisse an dieser Krone eventuell nicht unkompliziert sind, da vom ursprünglichen Backenzahn ein Stück abgebrochen war. Die Krone sitzt auf einem relativ kleinen Stumpf mit Aufbaufüllung.
Hallo Klaus,

ich schätze, dass hier mehrere Dinge zusammen kommen:

1. Ihre Riechüberempfindlichkeit gegenüber bestimmten Komponenten der Mundflora (bestimmte Bakterien, Abbauprodukte), die anderen geruchsmäßig nicht auffallen. Hat Ihnen schon einmal jemand anderes den "Mundgeruch" spamätigt = objektiviert?

2. Vermutlich liegt ein Teil des Kronenrandes subgingival (unter Zahnfleischniveau), was prinzipiell nicht zu beanstanden ist. Eine angemessene Behandlung könnte darin bestehen, diese Stelle bei Ihnen dadurch wieder supragingival hinzubekommen, in dem eine sogenannte Zahnfleischplastik vorgenommen wird: Zahnfleisch kürzen. Danach ist immerhin das Kronenrandproblem geruchsmäßig ausgeschaltet.

3. Ich würde aber empfehlen http://zahnfilm.de/af/index.php?option=com_content&view=article&id=78:der-medizinische-zahnstocher-ist-das-beste&catid=19&Itemid=2

Viele Grüße
_________________
Joachim Wagner
Zahnarzt

www.zahnfilm.de/af
Die Webseite für chronische Schmerzen im Kiefer


Hallo Joachim,

vielen Dank für Deine Antwort und Hilfestellungen!

Also, zunächst einmal gibt es momentan (mit Krone Nr. 3) niemanden, der mir den Mundgeruch spamätigen könnte. In der Vergangenheit ist mir dies allerdings spamätigt worden.

Wie es der Zufall will, war ich gerade heute bei einem neuen Zahnarzt, um eine weitere Meinung einholen (ich komme mir schon langsam blöd vor beim Zahnärzte-Hopping... ich möchte betonen, dass ich das nicht zum Zeitvertreib oder auf Grund einer besonderen psychischen Konstitution tue). Dieser Zahnarzt hat die Krone untersucht und festgestellt, dass die Ränder schlecht gearbeitet sind. Es sei dort ein deutlicher Spalt festzustellen.

Um mir dies zu veranschaulichen hat er ein hakenförmiges Instrument unter den Kronenrand "geklemmt" und losgelassen. Es hielt von selbst. Er konnte mir dies an insgesamt 3 verschiedenen Stellen der Problemkrone demonstrieren. An einer anderen Krone zeigte er mir, dass es bei einwandfreier Anfertigung nicht möglich ist das Instrument unter den Rand zu klemmen. Die Zahnfleischtasche hinter dem Zahn sei in Ordnung.

Sein Lösungsvorschlag: Neue Krone (Nr. 4).

Ich bin jetzt total verunsichert. 3 Kronen hat die PKV schon bezahlt, aber irgendwann werden die das auch nicht mehr tun. Krone Nr. 3 ist ca. 8 Monate alt. Der aktuelle Zahnarzt wies mich darauf hin, dass ich einen Gutachter beauftragen könne, um evtl. eine Regressforderung an den vorhergehenden Zahnarzt zu stellen.

Das darf doch alles nicht wahr sein... da muss ich jetzt erst mal drüber schlafen.

Vielen Dank noch mal
Klaus

PS: Zahnreinigungshölzer hatte ich auch schon ausprobiert, leider ergebnislos.
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