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Wurzelbehandlung - auf Kasse oder selbst zahlen






Hi,

bei mir steht eine Wurzelbehandlung Ende August an.

Aber erstmal kurz die Vorgeschichte: Mir ist vor ca. 2 Jahren eine Füllung im Zahnarzt rausgefallen (4. Zahn von der Mitte gezaehlt, Oberkiefer links), und ich hab's erst in Deutschland wieder zumachen lassen. Dabei wurde ich gefragt, welche Füllung ich haben will, es gäbe drei zur Auswahl, einmal eine Zementfüllung die die AOK zahlt, und dann zwei bessere für 30 bzw. 60 Euro. Mir wurde die für 30 Euro empfohlen mit "Mal sehen, was da noch kommt".

Mittlerweile weiss ich, was kommt. Am Dienstag hat der Zahn angefangen, weh zu tun. Am Mittwoch habe ich beim Zahnarzt angerufen, meine Backe war auch leicht geschwollen, für einen Termin am Donnerstag und bin noch in die Arbeit, wo ich aber früher gegangen bin um mir 400er Ibu zu kaufen. Davon eine um 20:00, 1:00, 5:30, 11:00 genommen, weil es immer arg unerträglich wurde. Um 14:45 hatte ich dann den Termin, die Zahnärztin hat gegen ein paar Zähne geklopft, als sie gegen den Übeltäter geklopft hat, hätte ich ihr an die Gurgel fahren können, so weh hat das getan (klar, die anderen habe ich auch gespürt, mittlerweile war meine Backe dick geschwollen und alles rundrum war gereizt). Danach hat sie ein anderes Werkzeug genommen und gefragt ob ich das spüre. Ich war etwas verwirrt, weil ich gar nichts mitbekommen habe, hab' dann aber weisse Schwaden aus meinem Mund aufsteigen sehen. Hätte wohl kalt sein sollen, meinte sie dann auch. Ihre Schlussfolgerung war dann, der Zahn ist tot, und es muss eine Wurzelbehandlung durchgeführt werden ("Keine Angst, der Zahn muss nicht raus").
Als nächstes hab' ich zwei Spritzen in's Zahnfleisch bekommen, die nicht gewirkt haben, so dass sie den Abszess nicht aufschneiden konnte, aber die Füllung am Zahn aufschneiden konnte, wo gar kein Eiter rausgekommen ist zu ihrem Erstaunen. Da die Spritzen aber am Zahnfleisch nicht gewirkt haben, meinte sie, sie kann jetzt nichts weiter machen, ausser mir das Loch mit Wattekügelchen und Medizin zu füllen und mich am nächsten Tag (heute, Freitag) zu einem Chirurgen zu schicken.
Bei dem war ich heute in der Früh um 8, der hat mir ordentliche Spritzen gesetzt, meine halbe Nase war mit taub und er hat den Abszess aufgeschnitten, da kam Eiter raus, und mir einen Stofffetzen noch reingesteckt, dass es nicht wieder zuwächst. Danach hatte ich noch einen Termin bei meiner Zahnärztin, die hat dann den Zahn noch mit einem übelriechenden Gemisch ausgespült (hab' den Namen vergessen), wieder Medizin rein (diesmal gefragt, war wohl Cortison) und dann eine provisorische Füllung rein.
Jetzt muss ich am Montag wieder zu einem Chirurgen (ein anderer, da der von heute Zahnarzt macht) um den Stoffetzen auszuwechseln und zu einem Zahnarzt (auch ein anderer, da meiner auch Zahnarzt macht), um den Zahn zu spülen, was dann die Woche darauf nochmal (bei wieder einem andren Arzt, wieder wegen Zahnarzt) gemacht werden muss. Am 23. 8. habe ich dann wieder in "meiner" Praxis einen Termin, wo nochmal gespült wird und vielleicht gleich auch die Wurzelbehandlung gemacht wird (wenn jemand einen Termin absagt), was ansonstem am 26. 8. gemacht wird (auf wiedersehen, Augusturlaubspläne).

So, nun zu der eigentlichen Frage (zum Text von oben sind natürlich Kommentare auch willkommen ) die mir heute gestellt wurde:
Soll ich eine Wurzelbehandlung nehmen, die die Kasse zahlt, oder eine, die ich selber bezahle und "besser" sein soll? Das würde mich 80 Euro pro Kanal kosten, 2 Kanäle sind es, also 160 Euro. Man hoert immer wieder, dass sowas von Zahnärzten hauptsächlich empfohlen wird, weil ihnen dann selbst mehr stehen bleibt. Allerdings möchte ich an meiner Gesundheit auch nicht sparen (vor allem, wenn es sooo weh tut! Meine Backe ist vom unterm Kinn bis direkt unter's Auge angeschwollen, und nur 40 Tropfen Novalgin und eine Ibu alle 5 Stunden machen den Schmerz erträglich ... hoffentlich wird das bald besser).

Nun, was sind eure Meinungen?

Liebe Grüße,
Jo
Hallo Jojo,
Nur auf Kasse würde ich keinen Zahn bei mir wurzelbehandlen lassen.
Die Erfolgsaussichten einer Wurzelbehandlung, sofern nach Kassenrichtlinien und der entsprechenden Erstattung durchgeführt, liegen bei unter 50 %. Das bedeutet jeder 2. Zahn muss trotz endodontischer Behandlung später doch noch entfernt werden. Die moderne Zahnheilkunde ist jedoch in der Lage, die Erfolgswahrscheinlichkeit einer Wurzelbehandlung auf über 90 % zu steigern. Dies gelingt durch den Einsatz moderner Behandlungsmethoden, hochwirksamer Medikamente und hochwertiger Materialien. Ebenso wie der Aufwand für eine nahezu vorhersagbar erfolgreiche Endodontie steigt, erhöhen sich auch deren Kosten. Die Mehrkosten für eine aufwändige Wurzelbehandlung können leicht 500 € und mehr betragen. In dem Fall sind halt alle die fein raus, die rechtzeitig eine Zahnzusatzversicherung abgeschlossen haben...

Am besten, du schaust mal in die neue Waizmann-Checkliste "Wurzelkanalbehandlung" rein, da sind alle Fakten drauf. Du findest sie auf der Homepage www.hanswaizmann.de in der Rubrik Patienteninfo oder gleich direkt unter http://www.hanswaizmann.de/checklisten/endo.pdf

Viele Grüße, A. Spörl
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