|
|
|
Liebes Forum, lieber Herr Dr. Wagner, liebe Spezialisten,
ich habe bereits hier im Forum von meinen Problemen mit einem wurzelbehandelten und wurzelresektierten Backenzahn in meinem linken Unterkiefer berichtet.
Herr Dr. Wagner, Sie haben mir damals zurückgeschrieben, dass ich ein klassischer Fall für eine Trigeminusneurophatie wäre. Meine Probleme sind nicht wirklich weg, ich habe einiges ausprobiert, war auch mal wieder bei meinem ZA und er hat Füllungen an anderen Zähnen der Zahnreihe ausgetauscht bzw. ausgebessert und Frühkontakte eingeschliffen usw.
Immer wieder habe ich Tage, wo ich ein Kribbeln unter meinem Zahn spüre, manchmal ist es ein Brennen oder ein ständiger Druck so als ob im Zahnzwischenraum irgend ein Fremdkörper stecken würde, denn man loswerden will, manchmal denke ich es schmerzt im Kieferknochen oder selbst eine geringe Berührung mit der Zunge löst eine Schmerzattacke aus, die mich zum Wahnsinn treibt. Auch habe ich wandernde Schmerzen mal im linken Oberkiefer, dann rechts oben und unten, ich bin ganz verzweifelt, weil ich keinen Tag Ruhe habe.
Mein Zahnarzt hat schon diverse Röntgenaufnahmen angefertigt, sagt jedoch alles ist Bestens, wahrscheinlich wird es wohl so sein und so ist röntgentechnisch und optisch alles wie es sein soll, aber ich habe trotzdem Schmerzen und keiner weiß woher. Sie schauen mich mittlerweile schon ganz bedauernd in der Praxis an und nehmen mich schon nicht mehr ernst. Ich habe bereits Hemmungen wieder dort anzurufen. Bei einem 2. ZA war ich noch nicht u. auch nicht beim Kieferchirurgen. Den Zahn einfach ziehen möchte ich auch nicht, da ich in vielen Beschreibungen gelesen habe, dass das Ziehen, das Problem nicht gelöst hat. Ich fürchte mich fast, wenn ich den Zahn verliere u. ein Implantat brauche, dass ich weiterhin Probleme in dem Bereich haben werde. Der Zahn ist ja im sichtbaren Bereich, 1. Backenzahn nach dem Eckzahn u. somit würde die Lücke sichtbar sein, also muss da ein Ersatz rein. Eine Brücke wäre auch nicht top, weil ich ja den gesunden Eckzahn und den zwar gefüllten Backenzahn, aber sonst ebenfalls gesunden Zahn beschleifen lassen müsste.
Meine entscheidende Frage ist nun, falls ich wirklich diese Probleme habe, weil mein Trigeminusnerv durch die Behandlungen Schaden genommen hat oder nun falsche Signale an das Gehirn sendet, was kann ich tun, ausser mich mit Medikamenten vollzupumpen. Oder weiß die Wissenschaft, ob sich das irgendwann wieder von alleine beruhigen kann. Kann sich so ein geschädigter Nerv regenerieren oder muss ich jetzt bis ans Lebensende mit diesen Schmerzen und der beeinträchtigten Lebensqualität leben?
Ich wäre dankbar für jede sachliche Antwort.
LG Angelika
|
|
|
|
Falls Ihr Problem durch den Trigeminus verursacht wird, ist dar bewusste Zahn wahrscheinlich nicht die Ursache für Ihre Beschwerden. Sie werden dann durch die Entfernung des Zahnes nicht verschwinden.
Folgende Fragen wären von Interesse:
• Warum wurde der Zahn wurzelbehandelt ?
• War der Zahn vor der Wurzelbehandlung noch vital ?
• Waren die Schmerzen direkt nach der Wurzelbehandlung verschwunden?
• Warum wurde die Resektion der Wurzel durchgeführt?
• War ein apicales Granulom vorhanden?
Es außerdem wichtig zu wissen, ob im Gesichts- und Nackenbereich weitere Beschwerden bestehen wie z.B.
Nackenbeschwerden, Schulterschmerzen , HWS-Syndrom, immer wieder aufttretende Kopfschmerzen (auch angeblich wetterbedingte), Migräneattacken, Tinnitus, Zungen- und/oder Wangenbrennen, Schluckbeschwerden, immer wiederkehrende Überempflindlichkeiten von einzelnen Zähnen oder Zahngruppen in verschiedenen Kieferbereichen, Geschmacksirritationen oder auch unklare Ohren- oder Kieferhöhlensymptome die vom HNO-Arzt nicht zu klären sind, unklare unspezifische Augenprobleme, für die der Augenarzt keine Erklärung hat.
Falls Sie einige dieser Symptome und Beschwerdebilder bei sich wiederfinden, sie wegen dieser Symptome eventuell bei verschiedenen Ärzten erfolglos in Behandlung sind oder waren ist mit Sicherheit eine vom dem speziellen Zahn unabhängige Analyse erforderlich. Eine Problemlösung ist in den meisten Fällen möglich.
|
|
|
|
Hier meine Antworten zu den Fragen, ich hoffe, auf Hilfe:
Falls Ihr Problem durch den Trigeminus verursacht wird, ist dar bewusste Zahn wahrscheinlich nicht die Ursache für Ihre Beschwerden. Sie werden dann durch die Entfernung des Zahnes nicht verschwinden.
Das Vermute ich auch, deshalb habe ich das bisher noch nicht machen lassen und werde es auch vorläufig nicht tun. Der Zahn soll bleiben wo er ist.
Folgende Fragen wären von Interesse:
• Warum wurde der Zahn wurzelbehandelt ?
Es hatte sich wohl durch eine defekte Füllung, die nicht mehr dicht war Karies darunter festgesetzt, der bis zum Zahnmark vorgedrungen war.
• War der Zahn vor der Wurzelbehandlung noch vital ?
Der Zahn war bis Anfang 2008 noch vital, nach Kariesentfernung und neuer Füllung, hat er sich jedoch nicht mehr beruhigt u. deshalb wurde die vom Zahnarzt bereits angekündigte Wurzelbehandlung dann im Mai 2008 gemacht, nachdem die Schmerzen unerträglich wurden. Ich konnte meinen Pulsschlag im Zahn fühlen. Nach Eröffung des Zahnes war ein Faulgeruch zu riechen, die Pulpa war abgestorben.
• Waren die Schmerzen direkt nach der Wurzelbehandlung verschwunden?
Leider nicht ich hatte ständig Schmerzen während der Wurzelbehandlung, die sich über Wochen hinzog. Mehrere verschiedene Medikamente wurden eingebracht, auf die ich mehr oder weniger mit Schmerzen reagierte. Der Zahn wurde sogar nach einigen Sitzungen ganz abgefüllt, musste jedoch wenige Tage danach erneut geöffnet werden, also die Wurzelfüllung wurde wieder entfernt und die Behandlung erneut durchgeführt. Das Ausbohren der Wurzelfüllung war äußerst schmerzhaft. Mein Arzt hat darauf hin die WSR befürwortet.
• Warum wurde die Resektion der Wurzel durchgeführt?
Die Wurzelkanalbehandlung hat keine Besserung meines Zustandes gebracht, ich konnte meinen damaligen Zahnarzt nur mit erhöter Dosis von Antibiotika durchstehen, danach ließ ich die WSR machen. Der Arzt meinte ich hätte da wohl zu lange mit der Wurzelbehandlung gewartet. Die Wurzelspitzes wurde also operativ gekappt. Die Prozedur mit allem eben was zu diesem Verfahren gehört u. danach gleich die Wurzelfüllung gemacht. Mein Hauszahnarzt hat den Zahn dann mit einer Kunststofflüllung versorgt, um die Behandlung abzuschließen.
Schmerzen und Mißempfindungen habe ich bis zum heutigen Tage, wie oben in meinem Text beschrieben.
• War ein apicales Granulom vorhanden?
Nein war nicht vorhanden.
Es außerdem wichtig zu wissen, ob im Gesichts- und Nackenbereich weitere Beschwerden bestehen wie z.B.
Nackenbeschwerden, Schulterschmerzen , HWS-Syndrom, immer wieder aufttretende Kopfschmerzen (auch angeblich wetterbedingte), Migräneattacken, Tinnitus, Zungen- und/oder Wangenbrennen, Schluckbeschwerden, immer wiederkehrende Überempflindlichkeiten von einzelnen Zähnen oder Zahngruppen in verschiedenen Kieferbereichen, Geschmacksirritationen oder auch unklare Ohren- oder Kieferhöhlensymptome die vom HNO-Arzt nicht zu klären sind, unklare unspezifische Augenprobleme, für die der Augenarzt keine Erklärung hat.
Falls Sie einige dieser Symptome und Beschwerdebilder bei sich wiederfinden, sie wegen dieser Symptome eventuell bei verschiedenen Ärzten erfolglos in Behandlung sind oder waren ist mit Sicherheit eine vom dem speziellen Zahn unabhängige Analyse erforderlich. Eine Problemlösung ist in den meisten Fällen möglich.
Schulterbeschwerden hatte ich erhebliche in der akuten Phase, als die ersten Zahnschmerzen auftraten bis über den Zeitraum der Wurzelbehandlung u. WSR. Diese Beschwerden habe ich behandeln lassen u. habe seit Sommer 2009 Ruhe. Migräneattacken gehören seit vielen Jahren zu meinem Leben. Überempfindlichkeiten in verschiedenen Kieferbereichen u. Zahngruppen o. Zähnen kommen immer wieder vor. Ich habe laut meinem HNO-Arzt ein Tinitusproblem durch Kiefergelenksprobleme, ausserdem trage ich eine Knirscherschiene, da ich nachts mit den Zähnen presse. Geschmacksirritationen habe ich ebenfalls, das macht mich oft total verrückt, außerdem immer wieder ein extremes Trockenheitsgefühl, was wie ich meine von der betroffenen Zahnregion vom wurzelbehandelten Zahn ausgeht.
Vielleicht könnt ihr mit diesen Aussagen etwas anfangen u. mir sagen, was ich tun kann, um endlich wieder meine Lebensqualität zu gewinnen.
Vielen Dank
Angelika
|
|
|
|
Das mit den Kiefergelenksproblemen war meine Vermutung. Falls nur eine Knirscherschiene angefertigt wird, ohne dass nachfolgend systematische, auf die Beseitigung von Kopfschmerzen und Migräne ausgerichtete Nachbehandlungen und Optimierungen der Schiene stattfinden, wird keine dauerhafte Besserung zu erwarten sein.
Ist Ihre Knirscherschiene eigentlich bequem und vergessen Sie morgens ab und zu, dass sich diese noch im Mund befindet ?
Mit einer optimal auf den jeweiligen Problemfall angepassten Schienenbehandlung sollten sich dauerhaft folgende Beschwerden relativ rasch beseitigen lassen:
Kopfschmerzen, die breits in der Nacht oder am frühen Morgen auftreten
Geschmacksirritationen, als Folge von extremen nächtlichen Knirschens
Neuralgiforme Trigeminussymptome verschiedenster Ausprägung
Überempflindlichkeit der Zähne
Mehr als 90% der Migräneattacken (bis auf vielleicht ganz seltene und leichte Anfälle)
Die Beseitigung und Verhinderung der Migräneattacken wird sicherlich mehr Zeit und Geduld (bis zu 3 Monaten) in Anspruch nehmen, als die Beseitung der ersten vier geannten Phänomene
Wenn Tinnitus bereits länger besteht, wird man mit dieser Methode nur wenig bis keine Verbesserung erzielen.
Sollten nach Beseitiung der genannten Beschwerden immer noch Zahnschmerzen am WSR-Zahn vorhanden sein, ohne dass er funktionellen Fehlbelastungen ausgesetzt ist, kann mann ihn getrost entfernen.
Um Missverständnisse zu vermeiden wiederhole ich nochmal: Eine einfache Knirscherschiene, ohne Feedback, ohne wiederholte Anpassung an die durch das Tragen entstandenen neuen Situationen (für das Kiefergelenk) wird keinen Erfolg bringen.
|
|
|
|
|
Vielen Dank erst einmal für die ausführliche Antwort.
Sie glauben also, dass alle Probleme, die sich seit Jahren bei mir aufgestaut haben u. die nach Wurzelbehandlung u. WSR noch verschlimmert haben von meiner Knirscherei bzw. Pressen in der Nacht kommen. Also auch die Probleme mit meinem Zahn und den damit verbundenen Mißempfindungen, auch die Trigeminusprobleme. Sollte ich wirklich diesen eigentlich toten Zahn irgendwie fehlbelasten und das schon die ganze Zeit?
Meine Schiene habe ich in diesem Jahr neu bekommen, nachdem die alte wirklich schlimm ausgesehen hat. Allerdings war ich damit seither nicht mehr bei meinem Arzt u. er hat mich beim letzten Besuch auch nicht mehr darauf angesprochen. Die Schiene finde ich übrigens total schrecklich und um ehrlich zu sein bin ich froh, wenn ich sie morgens rausnehmen kann. Ich kann sie auch nicht jede Nacht tragen.
Also mit der Schiene erneut zur Prüfung des Sitzes zum ZA, so habe ich es verstanden.
Meinen Zahn möchte ich trotzdem nicht verlieren, weil er im sichtbaren Bereich ist, es ist der 1. Backenzahn gleich nach dem Eckzahn. Dort müsste ja dann ein Ersatz rein, Implantat o. Brücke. Eine Brücke möchte ich jedoch auf keinen Fall, weil 2 gesunde Zähne dieser zum Opfer fallen würden.
Alles was ich mich wünsche, endlich keine Mißempfindungen mehr in meinem Mund und endlich wieder leben, ohne ständig an meine Zähne zu denken.
LG Angelika
|
|
|
|
"Die Schiene finde ich übrigens total schrecklich und um ehrlich zu sein bin ich froh, wenn ich sie morgens rausnehmen kann. Ich kann sie auch nicht jede Nacht tragen. "
Dann kann sie in der vorliegenden Form auch keine positive Wirkung entfalten, weil sie die nachts auftretenen Kräfte nicht wirkungsvoll neutralisiert.
Fragen Sie Ihren Arzt, ob er prinzipiell in der Lage ist, ihre Migränebeschwerden mit einer Schienenbehandlung zu beseitigen.
Bei einer negativen Antwort, können Sie nur auf einen Zufallstreffer hoffen.
Eine optimal angepasste und funktionierende Schiene wird bereits nach 1-2Tagen nicht mehr unangenehm wahrgenommen. Falls dem doch so ist bzw wenn morgens keine Entspannung und Beschwerdefreiheit vorliegt, muss möglichst umgehend eine Kontrolle, Überprüfung der erzielten Wirkung und der Diagnose entsprechend eine Korrektur vorgenommen werden. Dieses Procedere wiederholt sich so lange bis ein möglichst optimaler Zustand erreicht ist mit morgendlicher Schmerzfreiheit.
Sollten sich nach einer Änderung die genannten Beschwerden verschlimmern, darf die Schiene erst wieder nach erneuter Überprüpfung und Korrektur getragen werden.
Einen schlecht sitzenden Schuh oder eine falsch angepasste Brille würden Sie doch auch nicht tragen !?
Bei einer funktionierenden Schiene tritt eher der Effekt auf, dass man nachts aufsteht um sie sich zu holen, wenn man sie am Abend vergessen hat.
Migräne-, Nacken- und Kopfschmerzen dürfen am morgen nicht vorhanden sein wenn das Endergebnis erreicht ist.
Weitgehende Beschwerdefreiheit ist das alles entscheidene Kriterium ob die Schiene optimal adaptiert ist. Erst wenn dieser Zustand erreicht ist sollte mann sich weiter mit dem WSR-Zahn befassen, wenn es dann noch nötig sein sollte.
_________________ migraenefrei@kopfschmerzbeseitigung.de
Dr.M.K. Zahnarzt
|
|
|
|
Hallo, nochmal danke für die weitere Empfehlung.
Ich war gestern bei meinem Zahnarzt und habe ihn gebeten, meine Zähne im linken u. rechten Unterkiefer nochmal anzuschauen, ob da eine Veränderung ist, die meine Schmerzen verursachen. Wie schon vorher von ihm festgestellt ist alles in Ordnung. Da ich meine Schiene im Frühjahr neu bekommen habe, da die alte kaputt war u. ich seit Abholung nicht mehr beim ZA war, habe ich ihn gebeten, den Sitz der Schiene zu kontrollieren u. entsprechend einzustellen. Den Biss ohne Schiene hat er kontrolliert u. für gut befunden. Den Biss mit Schiene hat er ebenfalls kontrolliert und danach die Schiene entsprechend eingeschliffen, weil der Sitz nicht ok war. Heute Nacht habe ich sie getragen und mich wirklich wohler damit gefühlt. Ich hatte am Morgen auch keine Schmerzen in meinem Kiefer. Ihr Rat mich wegen dem Sitz der Schiene erneut an meinen ZA zu wenden war super. Jetzt werde ich beobachten, wie sich das entwickelt. Da ich nachts extrem presse habe ich wahrscheinlich die ganze Zeit auch den Zustand meines wurzelbehandelten u. wurzelresektierten Zahn nicht gerade in positivem Sinne beeinflusst. So wie sich das heute mit korrekter sitzender Schiene anfühlt könnte man sagen es ist ein positiver Fortschritt eingetreten. Falls nach einiger Zeit noch Probleme mit der Schiene bestehen oder sich herausstellen, werde ich meinen ZA erneut aufsuchen. So wie es aussieht bin ich auf den richtigen Weg wieder meine Lebensqualität zurückzugewinnen.
Vielen Dank u. Grüße
Angelika
|
|
|