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Thema-Überblick
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Deas
Verfasst am: 30.03.2007, 21:31
Titel: Kariesvorbeugung - Zahnpflege, gesunde Ernährung und Fluorid
Kariesvorbeugung durch Fluoride
Als Maßnahme für gesunde Zähne gelten neben der Zahnpflege und einer für die Zähne gesunden Ernährung Fluoridanwendungen. Einerseits soll Fluorid bei der Mundflora die Bildung von Säuren aus Zucker reduzieren (Hemmung der Glykolyse), andererseits glaubt man, die natürliche Fluoridkonzentration der Zähne reiche nicht aus eine Karies zu verhindern. Durch Säureeinwirkung wird der kristalline Schmelzanteil (Hydroxylapatit) aus dem Zahnschmelz ausgewaschen, aber zum Teil durch den Speichel in gewissen Mengen auch wieder zugeführt. Fluoridanwendung soll dieses Gleichgewicht in Richtung einer höheren Fluoridkonzentration des Zahnschmelzes (Bildung von Fluor-Apatit) verschieben. Fluor-Apatit ist unter Reagenzglasbedingungen (pH 5,5) zwar weniger säurelöslich als Hydroxylapatit, in den bakteriellen Zahnbelägen werden nach Zuckerzufuhr durch die gebildeten Säuren lokal aber weit niedrigere pH-Werte erreicht.
Einer der Erklärungversuche zur Fluorid-Wirkung gegen Karies sieht so aus: Zahnschmelz besteht chemisch gesehen aus positiv geladenen Calcium-Teilchen und negativ geladenen Phosphat-Teilchen, die zusammen das Hydroxylapatit bilden. Im natürlichen Zahnschmelz enthält das Hydroxylapatit Magnesium und Carbonate, von denen manche Autoren meinen, es handele sich um "Verunreinigungen" aus dem Stoffwechsel der schmelzbildenden Zellen (Ameloblasten). Diese Verunreinigungen sollen das Kristallgitter schwächen und werden bei Säureangriffen bevorzugt gelöst.
Fluorid verstärkt das Kristallgitter durch seine hohe Ladungsdichte (kleines Ion mit starker Ladung) und verhindert so seine Auflösung (Schutz vor Demineralisation). Freies Calcium im Speichel oder in der Flüssigkeitsphase des Zahnbelags wird in Anwesenheit von Fluoriden wieder in Defekte des Kristallgitters eingebaut (Remineralisation). Bei geringer Häufigkeit oder Stärke der Säureangriffe wird bevorzugt magnesium- und carbonathaltiges Apatit gelöst und bei der Remineralisation in Anwesenheit von Fluorid als fluoridiertes Apatit wieder in den Schmelz eingebaut. Dadurch wird im Verlauf des Lebens die äußere Schmelzschicht verstärkt, vorausgesetzt die Karies ist nicht zu aggressiv (das heißt die Entmineralisierungsphasen sind nicht zu lang und zu häufig). Regelmäßiges Zähneputzen mit fluoridhaltiger Zahnpasta ist dazu im Allgemeinen ausreichend. Bei Patienten mit hohem Kariesrisiko kann zusätzlich eine Fluoridapplikation durch den Zahnarzt notwendig werden.
Ursprünglich wurde angenommen, bei Kindern könne durch Trinkwasserfluoridierung beziehungsweise durch Gabe von Fluoridtabletten bereits vor Durchbruch der Zähne in der Schmelzbildungsphase Fluoridapatit in den Zahnschmelz eingelagert und der gesamte Schmelz „durchgehärtet“ werden, was jedoch wissenschaftlicher Überprüfung nicht standhielt, denn selbst bei Zahnfluorose sind die gefundenen Fluoridgehalte im Zahnschmelz (0,04%)[1] weit niedriger als man bei vorrangiger Bildung von Fluor-Apatit (ca. 3,8% F-) finden müsste. Mittlerweile wird davon ausgegangen, dass die regelmäßige lokale Aufbringung niedrig dosierter Fluoride (Zähneputzen mit fluoridhaltiger Zahnpasta) den besseren Schutzeffekt direkt an der Zahnoberfläche bietet. Außerdem können die Fluoride erst durch die gleichzeitige Entfernung der bakteriellen Beläge an ihren Wirkungsort gelangen.
Quelle: Wikipedia
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